Archiv für den Tag: 6. März 2018

Alte Feuerwache (MA) – Die Lücke in der Mauer. Mannheimer Solidaritäts-Abend für politisch Verfolgte


Di, 6. März 2018, 20 Uhr

Wo: Alte Feuerwache, Brückenstraße 2, 68167 Mannheim
Wie viele: 6 Karten insgesamt über das Kulturparkett verfügbar. Die noch verfügbare Kartenanzahl kann von der hier angegebenen abweichen.

Sie können direkt bei der Alten Feuerwache reservieren (telefonisch unter 0621/293 92 81) und Ihr Ticket dann unter Vorlage des Kulturpasses an der Abendkasse abholen.

„lesen.hören 12“

Die Lücke in der Mauer. Mannheimer Solidaritäts-Abend für politisch Verfolgte mit Doğan Akhanlı

„Brotkrümelklein“ sei er 1987 gewesen, nachdem er als politischer Häftling zweieinhalb Jahre im Militärgefängnis in Istanbul eingesessen hatte, schrieb der Schriftsteller Doğan Akhanlı. Da lebte er schon in Köln und war deutscher Staatsbürger, was ihm aber gegen die türkischen Machthaber nichts nützte: 2010 wurde er bei einem Familienbesuch in Istanbul erneut verhaftet. Er hatte in seinem Roman „Die Richter des Jüngsten Gerichts“ über den Völkermord an den Armeniern geschrieben und sich auch in seiner außerliterarischen Arbeit für die Menschenrechte eingesetzt. Die türkische Regierung inszenierte eine juristische Farce.

Wohl auch durch den Druck der Kölner Bürgerinnen und Bürger wurde er aus Mangel an Beweisen freigesprochen und konnte nach Köln zurückkehren. Das schlimme Machtspiel ging 2017 in eine weitere Runde, als Doğan Akhanlı während eines Urlaubs in Spanien zwei Monate festgesetzt wurde, weil die Türkei seine Auslieferung verlangte. Akhanlı nutzte die Zeit, wie es Schriftsteller tun. Er schrieb ein Buch: „Verhaftung in Granada oder Treibt die Türkei in die Diktatur“. Mit Insa Wilke spricht er über die Schwierigkeit, Gewalterfahrungen in Sprache zu verwandeln und über sein Mitgefühl für die politisch Verfolgten in aller Welt, die keine Öffentlichkeit haben und keine Unterstützung. Ihnen ist dieser Abend gewidmet, für sie lesen Birgitta Assheuer und Isaak Dentler Texte von Gefangenen und für die Freiheit.

Musikalische Akademie des NTO Mannheim – A. Soddy, Dirigent – Cédric Tiberghien, Klavier


Di, 06. März 2018, 20:00 Uhr

Wo: Mozartsaal, Rosengarten Mannheim, Rosengartenpl. 2, 68161 Mannheim
Wie viele: 10 Karten insgesamt über das Kulturparkett verfügbar. Die noch verfügbare Kartenanzahl kann von der hier angegebenen abweichen.

Sie bestellen Ihre Karte bis eine Woche vorher telefonisch beim Kartenbüro der Musikalischen Akademie (Frau Raphaela Epstein) unter 0621 / 26044 (Montag – Freitag 10-14 Uhr, Mittwoch 10-18 Uhr.) Bitte geben Sie bei der Reservierung an, dass Sie Kulturpass-Inhaber sind. Ihre Karte können Sie dann vor Konzertbeginn an der Abendkasse abholen.

Einführungsgespräch jeweils um 19:15 Uhr, Mozartsaal

Alissa Firsova: Die Windsbraut
Wolfgang Amadeus Mozart: Klavierkonzert Nr. 21 C-Dur KV 467
Piotr Iljitsch Tschaikowski: Symphonie Nr. 6 h-Moll op. 74 Pathétique

Die Windsbraut – Oskar Kokoschkas berühmtes Gemälde von sich und seiner Geliebten Alma Mahler in nächtlichem Taumel ist die aufregende Inspiration für die zentrale Uraufführung der Spielzeit 2017/18. Die russisch-britische Pianistin und Komponistin Alissa Firsova stammt aus einer Familie von Komponisten, sie schreibt Musik, seit sie 14 ist, Musik, die mittlerweile in der ganzen Welt aufgeführt wird – und man darf gespannt sein, wie sie die wilde Geschichte von Oskar und Alma für diese Auftragskomposition des NTO in Orchestersprache überführt…

Mozart in den Billboard-Charts? – Weil sein Klavierkonzert KV 467 als Filmmusik einer schwedischen Filmschnulze so populär wurde, schaffte es die Musik Ende der 1960er-Jahre sogar in die Hitparaden, und das Konzert hatte seinen (Film-)Titel weg: „Elvira Madigan“. In Wahrheit hat Mozart dieses Konzert mit seinem so liebesfilmkompatiblen, elegisch schimmernden Mittelsatz für niemanden geschrieben als sich selbst, der damals, Mitte der 1780er-Jahre, in Wien der Pianist der Stunde war.

„Ich will nicht zu denen gehören, die sich leergeschrieben haben.“ Diesen Zustand fürchtet Peter Tschaikowsky in seinen letzten Lebensmonaten – und komponiert gleichzeitig an seinem wohl bedeutendsten Werk.Diese sechste Symphonie, Pathétique genannt, ist berührender als alles, was Tschaikowsky bis dahin geschrieben hat, er selbst sagt dazu ganz schlicht, es sei „aufrichtige Musik“ – und die führt uns ins Innerste einer müden Seele. „Der zweite Satz“, so der Komponist, „ist die Liebe, der dritte Enttäuschung, der vierte endet mit Ersterben.“