Archiv der Kategorie: Kalender

42. Schwetzinger Mozartfest: Mozart und die Bach-Söhne


Freitag, 22. September 2017, 19:30 Uhr

Wie viele: 5 Karten
Wo: Schlosskapelle Schwetzingen

Sie reservieren beim Kulturparkett (info@kulturparkett-rhein-neckar.de oder telefonisch 0621 44599550) bis zu drei Tagen vor der Veranstaltung und können Ihre Karte dann direkt an der Abendkasse abholen.

Mozart und die Bach-Söhne

Programm

Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791)
Sonate F-Dur KV 13
Johann Christian Bach (1735-1782)
Sonate D-Dur op. 16/5
Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791)
Sonate C-Dur KV 14
Carl Philipp Emanuel Bach (1714-1788)
Sonate a-Moll Wq 132
per il flauto traverso solo senza basso

Carl Philipp Emanuel Bach (1714-1788)
Sonate G-Dur Wq 133
Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791)
Sonate G-Dur KV 301

60 Minuten ohne Pause

Der junge Mozart kannte und bewunderte die Musik von Johann Sebastian Bachs Söhnen Carl Philipp Emanuel und Johann Christian. Mit Johann Christian hatte er sich zudem schon als Kind während des langen Aufenthalts in London 1764/1765 angefreundet. Der musikalische Einfluss der beiden Bach-Söhne lässt sich in Mozarts Schaffen bis in die 1780er Jahre wiederentdecken. So verweisen etwa Mozarts frühe, in London entstandene Sonaten für Cembalo und Flöte KV 13 und 14 in ihrer Themenbildung und in der Satzanlage auf das Vorbild von Johann Christian Bach. Auch die 1778 in Mannheim komponierte G-Dur-Sonate KV 301, die bereits an der Schwelle zu Mozarts klassischem Stil steht, zeigt in ihrer zweisätzigen Anlage das Vorbild der Sonaten der Bach-Söhne. Deshalb präsentiert das Programm neben den Sonaten Mozarts auch Werke der beiden Bach-Söhne: die Sonate für Cembalo und Flöte op. 16/5 von Johann Christian sowie die späte „Hamburger Sonate“ (Wq 133) und die außergewöhnliche Sonate für Flöte solo (Wq 132) von Carl Philipp Emanuel Bach, zwei der bedeutendsten Werke der Flötenmusik des 18. Jahrhunderts überhaupt.

Mit Susanne Hartwich-Düfel und Jörg Krämer konnten zwei für die Musik des 18. Jahrhunderts begeister-te Interpreten gewonnen werden. Susanne Hartwich-Düfel studierte Cembalo, Orgel und Kirchenmusik an der Hochschule für Musik in München. Nach langjährigem Wirken als Kantorin an der Sebalduskirche in Nürnberg wurde sie 2015 an die St. Matthäus-Kirche in Erlangen berufen. Der Flötist Jörg Krämer studierte in München Musik (Hauptfach Querflöte) und Literatur- und Musikwis-senschaft. Der mehrfach ausgezeichnete Musiker ist seit 1986 1. Soloflötist der Staatsphilharmonie Nürnberg. Daneben hat er seit 2009 eine apl. Professur an der Universität Erlangen-Nürnberg inne.

Jörg Krämer (Flöte)   und
Susanne Hartwich-Düfel (Cembalo)

Planetarium Mannheim – Expedition Weltraum


Freitag, den 22. September 2017, 19:30 Uhr

WoPlanetarium Mannheim, Wilhelm-Varnholt-Allee 1 (Europaplatz), 68165 Mannheim
Wie viele: 10 Karten insgesamt über das Kulturparkett verfügbar. Die noch verfügbare Kartenanzahl kann von der hier angegebenen abweichen.

Sie reservieren beim Kulturparkett (info@kulturparkett-rhein-neckar.de oder telefonisch 0621 44599550) und können Ihre Karte dann im Kulturparkett Laden in Mannheim (S3, 12) abholen.

Expedition Weltraum – Astronomie für „Einsteiger“

Unsere Expedition ins Weltall führt uns durch unser Sonnensystem in die Weiten unserer Galaxis und darüber hinaus. Dabei beginnen wir mit astronomischen Grunderfahrungen wie dem nächtlichen Sternhimmel und seinem Wechsel im Wandel der Jahreszeiten. Erläutert werden zudem besondere Ereignisse wie Sonnenfinsternisse oder Kometenerscheinungen. Schließlich werden wir auch exotischere Bewohner unseres Kosmos kennen lernen, etwa Sternhaufen, Nebel und ferne Galaxien.

Das Programm ist für „Einsteiger“ konzipiert und erläutert astronomische Ereignisse und Phänomene auf verständliche und zugleich kurzweilige Art.

Dauer ca. 60 Minuten, geeignet auch für Kinder ab ca. 10 Jahre

Mannheim sagt Ja: „RECHTS: ex und pop – oder EINE PROKLAMATION FÜR DIE DEMOKRATIE“


Freitag, 22. September 2017, 19:00 Uhr

RECHTS: ex und pop – oder EINE PROKLAMATION FÜR DIE DEMOKRATIE

Ein Stück des COMMUNITYartCENTERmannheim

Im Theaterstück RECHTS: ex und pop – oder EINE PROKLAMATION FÜR DIE DEMOKRATIE fragt das COMMUNITYartCENTERmannheim: wo und warum docken Ideen, die zur Einschränkung oder Abschaffung demokratischer Grundwerte führen, bei Menschen an? Wer steckt hinter den „rechten“ Ideen – welche Menschen, welche Biografien, welche Netzwerke und wie agieren diese? Das Stück sensibilisiert für demokratiegefährdende Bewegungen und will mobilisieren, einzutreten für die Erhaltung und Weiterentwicklung der OFFENEN GESELLSCHAFT. Zwei Tage vor der Bundestagswahl ein Weckruf auf dem Weg zur Wahlurne.

  • Inszenierung + Stückfassung: ANNETTE DOROTHEA WEBER
  • Spiel: CAROLINE BETZ, FOLKERT DÜCKER,
  • MONIKA-MARGRET STEGER, MATHIAS WENDEL
  • Stimme: ANGELIKA BAUMGARTNER
  • Musik: MIKE RAUSCH
  • Ausstattung: JULIA SCHILLER
  • Video: MOSJKAN EHRARI
  • Grafik: JESSICA UHRIG
  • Dramaturgie: BIRGIT THOMAS
  • Ausstattungsassistenz: KAROLINA DASHTY

Mit freundlicher Unterstützung von der HEIDEHOF-Stiftung

 

Deutsche Staatsphilharmonie RLP – Modern Times 2


22.September 2017, 20:00 Uhr

Wo: Weinheim, evangelische Peterskirche
Wie viele: 10 Karten

Sie reservieren beim Kulturparkett (info@kulturparkett-rhein-neckar.de oder telefonisch (0621 44 59 95 50) und können Ihre Karte dann an der Abendkasse im Theater abholen.

Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz
Modern Times 2 – „An Evening Hymn“

Mitwirkende

  • Karl-Heinz Steffens Dirigent
  • Ian Bostridge Tenor

Programm

  • Ralph Vaughan Williams Fantasie über ein Thema von Thomas Tallis für Streichquartett und zwei Streichorchester (rev. 1919)
  • Henry Purcell Evening Hymn, arr. Britten (arranged by Andrew Manze)
  • Benjamin Britten Les Illuminations für hohe Stimme und Streicher op.18
  • Arnold Schönberg Kammersinfonie Nr. 1 E-Dur, op. 9 für 15 Soloinstrumente

Beschreibung

Schaut man auf das Programm möchte man den verzweifelten Ruf „Stoppt den Brexit“ ausstoßen. Britannien zeigt sich hier von einer seiner feinsten Seite. Zunächst einmal in Gestalt des Tenors Ian Bostridge, dessen vielbejubelte Deutung der „Winterreise“ selbst die hartgesottensten Schubert-Fans zittern lässt. Dann aber in Form des Programmes selbst. Eindrucksvoll unterstreicht es die Eigenständigkeit der „insularen“ Musik. Zu deren Profil gehört ein ausgeprägtes Traditionsbewusstsein, das sich gleich in der Eröffnungsnummer offenbart. Sie basiert auf einem Thema des englischen Renaissance-Komponisten Thomas Tallis: einer Melodie für eine Dichtung von Matthew Parker, des Erzbischofs von Canterbury. Sakrale Würde strahlt denn auch die Fantasy aus, die Ralph Vaughn Williams dem Andenken seines kollegialen Ahnen widmete. Der religiösen Sphäre bleibt auch das zweite Werk verbunden: die Evening Hymn, ein Abendlied des großen Henry Purcell. Benjamin Britten hat den innigen Gesang bearbeitet – eine Art Verbeugung vor dem Barockkomponisten, der mit King Arthur und anderen Bühnenwerken musikalische Weltliteratur schuf, aber auch die Bitte, dereinst bei Gott die letzte Ruhe zu finden. Den denkbar krassesten Gegensatz zu diesem frommen Wunsch bilden die Texte, die Brittens 1940 uraufgeführtem Liederzyklus Les Illuminations zugrunde liegen: Gedichte des jugendlichen Genies Arthur Rimbaud, die in atemberaubendem Tempo ebenso atemberaubende Bilder aufblitzen lassen. „Ich allein besitze den Schlüssel zu dieser wilden Parade“, so lautet mottohaft und kühn der Eingangsvers. Nicht weniger kühn ist das anfängliche Motto von Arnold Schönbergs Kammersinfonie op. 9, ein aufsteigender Quartenakkord. Ihn könnte man als klingendes Emblem der Moderne bezeichnen, stellt er doch die althergebrachte Terzordnung infrage. Dennoch bezieht sich auch die Kammersinfonie auf Religiöses. Der Quartenakkord verbindet nämlich alle Details des Werkes und sorgt derart für einen Zusammenhang des Ganzen, der Schönbergs mystischer Himmelsvorstellung entsprach.

Alte Feuerwache – DJ SHADOW


Fr, 22. SEPTEMBER 2017, 21:00 Uhr

Wo: Alte Feuerwache, Brückenstraße 2, 68167 Mannheim
Wie viele: 6 Karten insgesamt über das Kulturparkett verfügbar. Die noch verfügbare Kartenanzahl kann von der hier angegebenen abweichen.

Sie können direkt bei der Alten Feuerwache reservieren (telefonisch unter 0621/293 92 81) und Ihr Ticket dann unter Vorlage des Kulturpasses an der Abendkasse abholen.

DJ SHADOW

The Mountain Will Fall Tour 2017

DJ. Produzent. Plattensammler. Pionier. Der gebürtige Kalifornier Josh Davis alias DJ Shadow ist seit über zwanzig Jahren eine der innovativsten und einflussreichsten Persönlichkeiten im amerikanischen HipHop. Mit nur einer einzigen Platte machte sich Shadow für die Szene unsterblich. Sein Debütalbum „Endtroducing…..“ von 1996 gilt als ein Meilenstein des instrumentalen HipHop. Es war die erste Platte, die komplett aus Samples bestand.
Die Liste der Künstler, mit denen Shadow im Laufe seiner Karriere bereits gearbeitet hat, liest sich lang und hochkarätig: Thom Yorke (Radiohead), Richard Ashcroft (The Verve), Mike D (The Beastie Boys), Cut Chemist (Jurassic 5), Posdnuous (De La Soul), Little Dragon und viele mehr.
Auch die Feature – Wahl auf seinem aktuellsten Album „The Mountain Will Fall“ kann sich sehen lassen. Dabei sind unter anderem das US HipHop – Duo Run The Jewels mit den Rappern Killer Mike und El – P und der deutsche Pianist und Komponist Nils Frahm.
Zu seinem mittlerweile fünften Album sagt Josh Davis: „Was dieses Album letztlich ausmacht, sind die ganzen neuen Einflüsse, die ich dafür einbezogen habe. Ich wollte mich wegbewegen von der Wahrnehmung als der ’Sample Guy’. Dies ist kein reines Sample Album.“
Legendär sind auch die Liveperformances von DJ Shadow, ein audio – visuelles Gesamtkonzept, bei dem er seine Tracks an Turntables, Samplern und Effektgeräten live de – und re -konstruiert und das Ganze mit opulenten Visuals spektakulär umrahmt. Er ist und bleibt „the DJ’s DJ“. Nach einer grandiosen Tour im letzten Sommer, kommt DJ Shadow diesen September zurück nach Deutschland.

Festival „Wunder der Prärie“


Do, 14.-24.09.2017, ganztägig

Wo: Verschiedene Spielorte in Jungbusch und Neckarstadt
Wie viele: Eintritt frei für viele Veranstaltungen im Rahmen des Festivals, sonst 3 € Eintritt

Festival „Wunder der Prärie“

Die zehnte Ausgabe des internationalen Festivals für Performancekunst und Vernetzung findet vom 14. – 24. September 2017 statt. An 11 Tagen lädt Wunder der Prärie dazu ein, die soziale Fitness zu trainieren mit internationalen Performances, politischen Debatten und schweißtreibenden Partys bis zur Bundestagswahl. Unter dem Titel Social Body Building widmet sich das Programm dem Verhältnis zwischen Publikum und Kunstwerk und der Aufführung als gemeinschaftsstiftendem Moment. Mit dabei: David Weber-Krebs (B), Andreas Liebmann (CH/DK), Anna Mendelssohn (A), Ant Hampton (UK), Tanja Krone (D), Julian Hetzel (NL) sowie Raul Zelik (D), Leonidas Martin (E) und viele mehr. In der Konferenz „Art, Politics and the Institution – A European Summit“ treffen Kulturschaffende aus Barcelona, Belgrad, Budapest, Athen, Antwerpen und Zagreb zusammen und diskutieren über die politische Rolle von Kultureinrichtungen in Europa. Und beim „Konvent“ werden gemeinsam mit dem Festivalpublikum und allen Interessierten die Regeln der Kunst neu bestimmt. Zum Abschluss des Festivals gründet Zeitraumexit unter dem Titel „Artfremde Einrichtung“ die Kultureinrichtung als Allmende: Für ein halbes Jahr öffnet das Haus seine Räume für alle, die sich in einem demokratischen Verfahren darum bewerben, einen Monat lang den Ort zu bespielen.

Ein Festival von zeitraumexit.
Kuration: Gabriele Oßwald & Jan-Philipp Possmann

Heidelberger Kunstverein – Ausstellung: ›Widerständige Bilder‹ bis 05.11.2017


Di & Mi 12 – 19 Uhr, Do 15 – 22 Uhr, Fr 12 – 19 Uhr, Sa & So 11– 19 Uhr

Wo: Heidelberger Kunstverein, Hauptstraße 97, 69117 Heidelberg
Öffnungszeiten:
Di & Mi 12 – 19 Uhr, Do 15 – 22 Uhr, Fr 12 – 19 Uhr, Sa & So 11– 19 Uhr

Wie viele: 10 Karten insgesamt über das Kulturparkett verfügbar.

Sie können Ihre Karte im Heidelberger Kulturparkettbüro, mittwochs zwischen 17:00 und 18:30 Uhr in den Räumen des Heidelberger Selbsthilfebüros, Alte Eppelheimer Str. 38 (Hinterhof links, 1.OG, Raum 1.10) abholen sowie in der Mannheimer Sprechstunde Mo-Fr zwischen 17:00-19:00 Uhr.

Widerständige Bilder

Im Rahmen der Biennale für aktuelle Fotografie findet die Ausstellung– im Heidelberger Kunstverein statt.

›Widerständige Bilder‹ untersucht die kontroverse Präsenz des fotografischen Bildes in der politischen Sphäre. Wie es der Titel dieser Sektion bereits nahelegt, dienen Bilder sowohl als Mittel des Widerstands als auch als Instrument ebenjener Kontrolle, gegen die Widerstand geleistet wird. Fotografien können Sympathie auslösen ebenso wie Empörung sie können zum Handeln und zur Revolte anstiften, doch können sie auch Vorurteile bestärken und den Betrachter regungslos, distanziert und passiv zurücklassen. Die Kunstwerke und Artefakte der Ausstellung adressieren diese Spannung, indem sie vorherrschende Formen der Repräsentation befragen und Methoden politischer Opposition formulieren, mit und gegen Bilder.

Weitere Informationen zum Heidelberger Kunstverein und zur Ausstellung unter http://hdkv.de/

Biennale für aktuelle Fotografie 2017 (9.9.-5.11.)


9. September - 5. November

Eintritt frei („pay what you want“)

Wo:

    • Wilhelm Hack Museum

Bienale 2017 (9. September – 9. November)

8 Kapitel in 7 Häusern

Mit ihren unterschiedlichen Perspektiven fragen die sechs Kuratorinnen und Kuratoren von Farewell Photography in sieben Themenfeldern nach der Materialität und den Gebrauchsweisen, ebenso wie nach dem gesellschaftspolitischen Potenzial der Fotografie.

1 × 1 der Kamera
Was verspricht und was verfehlt das Material?

  • Peter Miller, Selfportrait (with Headlamp), 2009, Silbergelatineabzug, 20 × 25 cm, © Peter Miller

    Mit der Digitalisierung hat sich nicht nur die chemische Basis der Fotografie geändert. Auch die traditionellen Produktionsbedingungen der Bilder haben sich gewandelt. Der Ausstellungsparcours ist einem fotografischen Handbuch nachempfunden. Er führt den Besucher durch verschiedene Etappen des fotografischen Produktionsprozesses und kehrt darin den Blick durch den Sucher um: Nicht die Außenwelt, sondern das Innere der Kamera, die Logik der Fotografie selbst wird in den gezeigten künstlerischen Arbeiten zum Thema. Ergänzend zu aktuellen Werken u.a. von F & D Cartier, Peter Miller und Adrian Sauer werden illustrierte und mit fotografischen Originalen versehene Anleitungsbücher und Manuale des 19. Jahrhunderts zu sehen sein. (kuratiert von Kathrin Schönegg)

    Das stille Bild verlassen
    Wie hoch, breit, tief und wie flexibel ist ein Bild?

    Pétrel I Roumagnac (duo), Reset/Résidus #3, 2015, Direktdruck auf Plexiglas (Installationsansicht, Galerie Escougnou-Cetraro, Paris), © Pétrel I Roumagnac (duo), courtesy die Künstler und Galerie Escougnou-Cetraro

    Die Fotografie ist heute mehr denn je ein hybrides Medium, das uns in vielerlei Gestalt begegnet. Als Gegenpart zur Ausstellung 1 x 1 der Kamera am selben Ort, untersucht dieses Kapitel der Biennale die Öffnung und Erweiterung des Mediums – weg vom klassischen Papierabzug. Die Künstlerinnen und Künstler, die hier vorgestellt werden, experimentieren mit Bildsprachen, Perspektiven, Installationsweisen und damit einhergehend auch den Erzählstrategien von Fotografie. Im Fokus stehen insbesondere die zeitliche Dimension von Fotografie wie auch ihr performatives Potenzial. (kuratiert von Christin Müller)

     

    Kein Bild ist eine Insel
    Wie prägt das Teilen unseren Umgang mit Bildern?

    Natalie Bookchin, My Meds, 2009/2016, aus: Testament, Mehrkanal-Videoinstallation, Farbe, Ton, © Natalie Bookchin

    Mit dem Shift von einer analogen zu einer digitalen Bildkultur ist die Verfügbarkeit fotografischer Bilder explodiert. Im Sekundentakt werden sie auf sozialen Plattformen geteilt. Als geschlossene, singuläre Einheit hat das Bild ausgedient. Sharing ist die fotografische Gebrauchsweise der Stunde. Die Ausstellung fragt nach den heutigen Verbreitungswegen von Bildern. Was wird da überhaupt in Umlauf gebracht und mit welcher Motivation? Gleichzeitig werden Strategien in den Blick genommen, die auf die anarchische Beweglichkeit der Bilder antworten und versuchen, diese einzuhegen und handhabbar zu machen. Wie das Teilen, so bekommt auch das Regulieren und Sammeln rituellen Charakter. (kuratiert von Fabian Knierim)

    Wer bist du? Das bist du!
    Was verraten Portraits (nicht) über die Portraitierten?

    Andrzej Steinbach, Ohne Titel, 2015, aus: Figur I, Figur II, Inkjet-Print, 90 × 60 cm, © Andrzej Steinbach, courtesy Andrzej Steinbach und Galerie Conradi

    Das Portrait ist ein klassisches Einsatzfeld der Fotografie, bei dem Selbst- und Fremdbild zwischen Fotografen und Bildprotagonist ausgehandelt werden. Wie viel lässt sich über die Abbildung über die Identität und Charakter einer Person sagen? Als technisches Medium scheint die Fotografie geeignet zu sein, ein analytisches und objektives Bild zu erzeugen und wurde in der Psychiatrie ebenso genutzt wie in der Kriminalistik, Anthropologie und Ethnographie, um Menschen zu registrieren und in Typen einzuteilen. Ausgangspunkt dieser Ausstellung sind historische Patientenfotografien aus Akten der Sammlung Prinzhorn und Lehrbüchern der psychologischen Forschung. Demgegenüber stehen Bilder, die die Manipulierbarkeit und Instabilität der fotografischen Beschreibung aufdecken. (kuratiert von Christin Müller)

     

    Widerständige Bilder
    Wie behauptet sich Widerstand – mit Bildern und gegen sie?

    Merle Kröger und Philip Scheffner, Havarie, 2016, Projektion, 93 min, Farbe, Ton, © pong film GmbH

    Widerständige Bilder untersucht die kontroverse Präsenz des fotografischen Bildes in der politischen Sphäre. Wie es der Titel dieser Sektion bereits nahelegt, dienen Bilder sowohl als Mittel des Widerstands als auch als Instrument ebenjener Kontrolle, gegen die Widerstand geleistet wird. Fotografien können Sympathie auslösen ebenso wie Empörung sie können zum Handeln und zur Revolte anstiften, doch können sie auch Vorurteile bestärken und den Betrachter regungslos, distanziert und passiv zurücklassen. Die Kunstwerke und Artefakte der Ausstellung adressieren diese Spannung, indem sie vorherrschende Formen der Repräsentation befragen und Methoden politischer Opposition formulieren, mit und gegen Bilder. (kuratiert von Boaz Levin)

    Global Players
    Wie lassen sich Fotografie, Ökonomie und Migration zusammen denken?

    Serafettin Keskin, Karneval in Ulm, 1963, © Familie Keskin

    Die Ausstellung im Kunstverein Ludwigshafen thematisiert den Zusammenhang von Fotografie, Globalität und Ökonomie. Sie lenkt den Blick auf Arbeit und Migration und befragt die mit diesen Begriffen verbundenen Vorstellungen. Dafür werden Fotografien aus privaten und öffentlichen Archiven mit künstlerischen Positionen zusammengebracht. Gezeigt werden u.a. private Bilder aus Fotoalben ehemaliger „Gastarbeiterinnen“ und „Gastarbeiter“, die insbesondere in die Region um die Städte Mannheim, Heidelberg und Ludwigshafen gekommen waren und ihr neues Lebensumfeld mit der Kamera dokumentiert haben. (kuratiert von Kerstin Meincke)

    Andere Zeugenschaften
    Was sagt die Einstellung über die Einstellung?

    Arwed Messmer Stammheim #12, Zelle 720 (Ensslin), 1977/2016 [AM_RAF_STH_STA_LB_EL_51/3_679_FILM_EN_01_NEG_10] aus: RAF – NO EVIDENCE / KEIN BEWEIS

    Wenn gesellschaftliche Umbrüche, politische Ereignisse und traumatische Momente auf einige wenige öffentliche Bilder reduziert werden, lohnt es sich, diese genauer anzuschauen und andere hinzuzuziehen. So stellt diese Ausstellung die Frage nach dem Zusammenhang von fotografischer und inhaltlicher Perspektive, nach der Ausrichtung der Kamera und der Haltung hinter der Kamera. Was verrät das Nebeneinander von Bildern über ein Ereignis, welche anderen Wirklichkeiten werden sichtbar, welche Funktionen der Aufnahmen und welche Kontexte bestimmen unsere Leseweise dieser Bilder? Was ist die „Einstellung hinter der Einstellung“? (kuratiert von Florian Ebner)

    In Kooperation mit dem Museum Folkwang, Essen
    Das Projekt „Lampedusa – Bildgeschichten vom Rande Europas“ wird gefördert im Fonds TURN der Kulturstiftung des Bundes

    Gespenstergeschichten
    Ein Bilderstreit im Mannheimer Wasserturm

    Der fotografische Bestand der Kunsthalle Mannheim ist Ausgangspunkt für eine neue Arbeit von Arno Gisinger im Mannheimer Wasserturm. Das über 7000 Bilder umfassende Glasplatten-Archiv – in erster Linie Kunstreproduktionen, Ausstellungsdokumentationen und Architekturfotografie von der Museumsgründung 1907 bis in die frühen 1960er Jahre – ist das bisher für Besucher unzugängliche visuelle Gedächtnis der Institution. Es bildet die von politischen Umbrüchen gezeichnete Ausstellungspolitik ebenso wie die außergewöhnliche Geschichte des Museums ab, die Arno Gisinger in den öffentlichen Raum und so in einen zeitgenössischen Wahrnehmungskontext übertragen wird.

Mehr zu Anfahrt und Öffnungszeiten hier

OFF//FOTO 2017 – Fotofestival an Rhein und Neckar (3.9.-5.11.)


3. September - 5. November

Eintritt frei!

OFF//FOTO 2017

In diesem Jahr findet zum dritten Mal das Fotofestival OFF//FOTO an Rhein und Neckar statt. Freuen Sie sich mit uns auf rund 70 Ausstellungen, die in diesem Jahr gezeigt werden! Noch nie waren so viele Fotografien in einem Zeitraum in Mannheim, Heidelberg und Ludwigshafen, aber auch in anderen Städten der Metropolregion Rhein-Neckar wie Dannstadt-Schauernheim, Ladenburg, Speyer, Viernheim und Frankenthal zu sehen. Zusammen mit der gleichzeitig stattfindenden Biennale für aktuelle Fotografie wird das Medium Fotografie im Herbst groß gefeiert.

OFF//SPACES

Neben bekannten Galerien sind auch eine Reihe ungewöhnlicher Ausstellungsorte dabei. So z.B. das Haardter Schloss in Neustadt an der Weinstraße, wo preisgekrönte Siegerarbeiten des Wettbewerbs „gute aussichten“ zu sehen sein werden. Im barocken Schloss Kleinniedesheim präsentiert die Fotokünstlerin Andrea Esswein ihre Werke und im ehemaligen Wohnhaus des Hasselblad Award-Preisträgers Robert Häusser stellt Peter Schlör aus. In einem leerstehenden Ladenlokal in der Ludwigshafener Bismarckstraße gestaltet eine Gruppe Fotografen eine Schau zum Thema Eden und im Europäischen Zentrum für junge Fotografie Viernheim stellen die jüngsten Fotokünstler aus. Renommierte Hotels, wie das Radisson Blue und das Design-Hotel Staytion werden sich ebenso wie Engelhorn Mode im Quadrat beteiligen und ihre Türen für Fotointeressierte öffnen. Die komplette Liste aller Ausstellungsorte werden wir demnächst veröffentlichen.

OFF//OPENING

Die Eröffnung von OFF//FOTO 2017 findet am 2. September 2017 um 19 Uhr im Kulturzentrum dasHaus in Ludwigshafen statt.

OFF//NIGHT

Höhepunkt wird wieder die Lange Nacht der Fotografie, die dieses Jahr am Samstag, den 23. September stattfindet. Erstmals sind auch alle Ausstellungsorte der Biennale für aktuelle Fotografie geöffnet. Viele bieten an diesem Abend ein besonderes Programm. Informieren Sie sich zuvor online über die einzelnen Angebote.

Weitere Informationen zu den einzelnen Ausstellungen gibt es hier.