Alte Feuerwache – DAYMÉ AROCENA


Mo, 3. April 2017, 20:00 Uhr

Wo: Alte Feuerwache, Brückenstraße 2, 68167 Mannheim
Wie viele: 6 Karten insgesamt über das Kulturparkett verfügbar. Die noch verfügbare Kartenanzahl kann von der hier angegebenen abweichen.

Sie können direkt bei der Alten Feuerwache reservieren (telefonisch unter 0621/293 92 81) und Ihr Ticket dann unter Vorlage des Kulturpasses an der Abendkasse abholen.

DAYMÉ AROCENA

Cubafonia Tour 2017

Die kubanische Sängerin Daymé Arcocena, die 2012 von Radio Host und Labelbetreiber Gilles Peterson für sein Label Brownswood Recordings entdeckt wurde, bezeichnet ihr neues Album „Cubafonia“ als ihr bisher reifstes Projekt. Ihre Kompositionen sind in klassischen kubanischen Rhythmen und der vielfältigen Musiktradition ihrer Heimat verwurzelt.

Die letzten zwei Jahre hat sie die gesamte Welt bereist, und auch das hört man: Daymé Arocena schaut über den eigenen Tellerrand. Sie profitiert deutlich vom Weitblick ihres Mentors und Labelchefs Giles Peterson, der als DJ, Radiomoderator und Promoter unermüdlich in Sachen Musik unterwegs ist. Weitere Unterstützung erhält sie von „Havana Cultura“, einem Projekt, mit dem Havana Club Rum jungen kubanischen Talenten eine Plattform bieten will.

Am Anfang dieser Entwicklung stand das Album „Havana Cultura Mix“ von 2014, durch das sie zum ersten Mal mit Elektro-Produzenten in Kontakt kam. Dann begleitete sie Gilles auf seiner Reise durch die Rumba-Kultur für das große Projekt „Havana Club Rumba Sessions“, das eine Dokumentation und ein Album zur Folge hatte. Das Album präsentiert ihre einzigartige Stimme im Kontext von neuen Rumba- Adaptionen und Samples. Als Solokünstlerin veröffentlichte sie 2015 ihr Debüt „Nueva Era“, das viel Kritikerlob und Hörerzuspruch erntete. Zu Jahresbeginn 2016 folgte „One Takes“, eine EP mit Cover- Versionen.

Dieser Erfolg führte zu vielen neuen Möglichkeiten kreativer Zusammenarbeit, wie eine spontane Session mit Roy Ayers und dem brasilianischen Superstar Ed Motta auf dem Worldwide Festival, nach der Daymé die Bühne mit Tränen in den Augen verließ. Sie stand mit Miguel Atwood-Ferguson bei seiner triumphalen „Suite For Ma Dukes“-Show im Barbican auf der Bühne und läutete zusammen mit einer Delegation von „Women Of The World“ die Glocke an der New Yorker Börse. Von LA bis Tokio hat Daymé inzwischen Konzerte gegeben und überall ihr Publikum mit ihrem Stimmumfang und ihrem Humor begeistert. Demnächst möchte sie mit Kendrick Lamar und Anderson Paak zusammenarbeiten.

Trotz dieser atemberaubenden Erlebnisse geht es Daymé jedoch vor allem um eins: ihre Kunst. Als Teil einer einzigartigen Kultur möchte sie aus Kubas unterschiedlichen musikalischen Dialekten eine gemeinsame Sprache schaffen. In ihrer typisch kubanischen Kindheit in einem Haus mit zwei Betten und 21 Bewohnern wurde jede Oberfläche zum Trommeln von Rumba-Rhythmen benutzt.

Diese Kindheit ist der Startpunkt des Albums. Mit neun Jahren wird Daymé Schülerin einer prestigereichen staatlichen Musikschule in Havana. Diese strenge klassische Ausbildung drückt sich in ihrer Vorstellung von kubanischer Musik als Querverbindung aus – vom schnellen Changüí von Guantánamo hin zum allgegenwärtigen Guagancó und Baladas aus den Siebzigern. Daymé singt vor allem Spanisch, wechselt aber auch ins Englische und sogar Französische, wenn ihr danach ist. Das Album wurde vom Soundway-Künstler Dexter Story produziert, die Streicher-Arrangements sind von Miguel Atwood-Ferguson. So ist traditionsreiche Musik für moderne Weltbürger entstanden.

Im Rahmen eines Interviews mit Daymé während eines „Sound of Cuba“- Showcase auf dem SXSW im letzten Jahr schrieb NPR: „Es gibt wohl keine Stimme, die besser die Tore ihres Landes öffnen könnte“. Daymé Arocena ist ambitioniert, entschlossen und hungrig nach kulturellem Austausch, ohne Kompromisse einzugehen, wenn es um das einzigartige Gefühl ihrer Heimat geht. 2017 könnte ein bedeutendes Jahr für sie werden. Sie selbst weiß ganz genau, warum ihre Musik sich aus so vielen Einflüssen speist: „Wir haben nicht nur eine Kultur. Wir haben keine Ureinwohner. Unser Land wurde von Menschen aus aller Welt aufgebaut – das macht Kuba so besonders“.