Alte Feuerwache – Dota & Band plus Streichensemble


17. November 2014 · 20:00 Uhr

Wo: Alte Feuerwache
Wie viele: 10 Karten

Sie reservieren direkt bei der Alten Feuerwache per Mail an info@altefeuerwache.com oder telefonisch unter 0621/293 92 81 und können Ihr Ticket dann an der Abendkasse abholen.

Dota & Band plus Streichensemble
Die Kleingeldprinzessin

Im April 2014 erhielt Dota den Fred-Jay-Preis, der seit 1989 alljährlich an deutsche Liedtexter verliehen wird. Der Chansonnier Sebastian Krämer hielt die Laudatio:

„Wir haben es hier mit einer Dichterin zu tun, meine sehr verehrten Damen und Herren, die, geprägt vom Bossa Nova Sao Paulos einerseits, von der Sago-Schule eines Christof Stählin andererseits, die Zerrissenheit und Ratlosigkeit ihrer Generation mit dem Schmelz der Poesie überzieht.
Und mit dem Schmelz ihrer sanften Stimme. Überall, wo Sänger gelobt werden, fallen die Vokabeln Authentizität und Natürlichkeit. Und dann hört man Dota und denkt: Ach so!, ich nehme das mit der Natürlichkeit und Authentizität im Bezug auf alle anderen zurück, hier singt jemand komplett unverbildet, unverdorben, unverbraucht, oder, um mit Reinhard Mey zu sprechen, noch „mit einer Stimme, die sich anhört, als ob da jemand singt“, ein erwachsenes Kind, kein koketter Erwachsener.
(…) Allein über Dota Kehr, die Humoristin, ließe sich eine ganze Doktorarbeit schreiben. Ihre Ballade über eine gute Fee, die, damit beauftragt, den Weltfrieden herzuzaubern, selber Ansprüche stellt und zu äußerst unsanften Mitteln greift, bevor irgend etwas Gutes geschieht, räumt die Unbedarftheit volksnaher Blödelbarden und die Arroganz belehrender Kabarettisten gleichzeitig mit einem Wisch vom Tisch. Dota macht kein Kabarett. Dota ist politisch. Aber nicht plakativ, sondern – wie es in der Refrainzeile des erwähnten Liedes heißt: kompliziert.
(…) Ein Text, der sich zu schnell erschließt, langweilt sie, und es soll ja spannend bleiben. Spannend wie ein Krimi, wenn etwa in „Wo soll ich suchen“, der Blick auf verschiedenste geheimnisvolle Schauplätze fällt, aber die eigentliche Frage ist nicht „Wo soll ich suchen“, sondern, ohne daß sie ausgesprochen würde: Was oder wen überhaupt?
‚Und dann verliert es sich‘ heißt es wiederum in einem etwas älteren, aber nicht weniger zauberhaften Stück über „Licht“, das in ein Gewässer fällt. So ist es auch mit dem Licht der Vernunft, das versucht, in diese Lyrik zu leuchten. Hier glotzt uns noch ein Fisch an, dort steigen ein paar Bläschen auf, und dann verliert es sich.
(…) Die Jury des Fred-Jay-Preises ist zu beglückwünschen, daß sie in diesem Jahr den Mut hat, eine Künstlerin zu erwählen, die meines Wissens noch keine Charts angeführt hat, nur Heerscharen verzückter Fans, die ihre Konzerte stürmen.“