Alte Feuerwache (MA) – lesen.hören 14: Alte Feuerwache (MA) – lesen.hören 14: Die Kunst, Armenien zu erzählen. Katerina Poladjan liest aus „Hier sind Löwen“ – Reservierungen nur über das Kulturparkett- Reservierungen nur über das Kulturparkett

FR, 28. Februar 2020, 20:00 Uhr

Wo: Marchivum, Archivplatz 1, 68169 Mannheim
Wie viele: 2 Karten insgesamt über das Kulturparkett verfügbar. Die noch verfügbare Kartenanzahl kann von der hier angegebenen abweichen.

Reservierungsschluss: Mittwoch 12. Februar 2020  19 Uhr

Die Verlosung ist am 13.2.20

Kartenwünsche bitte ans Kulturparkett (info@kulturparkett-rhein-neckar.de oder telefonisch unter 0621 44599550 oder besuchen Sie uns in den Sprechstunden)

Abholung der Karten:
Ihre Karte bekommen Sie direkt an der Abendkasse.

Ihre Eintrittskarte holen Sie bitte bis spätestens 30 Minuten vor Beginn der Vorstellung. Die Abendkasse öffnet 1 Stunde vor Veranstaltungsbeginn. Es kann zu Wartezeiten kommen. Das Theater behält sich vor bei verspäteter Abholung die Tickets anderweitig zu vergeben.

Bei einigen Veranstaltungen gibt es eine große Nachfrage. Es freut uns Ihnen ein so umfangreiches Veranstaltungsprogramm bieten zu können.

Wir wollen die Tickets gleichmäßiger und gerechter verteilen. Die Reservierungen sind für Sie, als Gast, verbindlich. Alle Reservierungen des Kulturparkett Rhein-Neckar e.V. haben aber einen Verlosungsvorbehalt.

Das heißt: Wir behalten uns vor die Tickets/Reservierungen zu verlosen wenn sich mehr Interessierte melden als Plätze vorhanden sind.

Nur wenn Sie kein(e) Ticket/Reservierung bekommen werden Sie benachrichtigt!

Es gelten unsere Spielregeln / Wichtige Hinweise zur Verbindlichkeit von Reservierungen.

Einlass 19:00
Beginn 20:00

lesen.hören 14

Wie erzählt man von einem Genozid? Indem man ihn nicht erzählt. „Hier sind Löwen“ heißt der Roman, den Katerina Poladjan geschrieben hat. „Hic sunt leones“ – damit bezeichnete man früher die weißen Flecken auf Landkarten. Also das unbekannte Gelände, die Orte, wo Gefahr droht und Ungeheuer lauern. Zum Beispiel der Ort, zu dem man hindenkt, wenn es um Völkermord geht. Es grenzt angesichts dessen an ein Wunder – und bedeutet einfach besondere Erzählkunst und lange Jahre des Schreibens – dass Katerina Poladjan ein so zarter, leichter und zugleich vielschichtiger Roman gelungen ist. Eine junge Frau steht im Mittelpunkt: Helen ist Buchrestauratorin und reist nach Jerewan, um die Kunst der armenischen Buchrestauration zu lernen. Während sie dort an einem alten Heilevangeliar arbeitet, machen sich zwei im Buch verborgene Figuren selbstständig: Anahid und Hrant. Sie fordern ihre Geschichte ein. Außerdem verliebt sich Helen. Aber nicht einfach so, sondern auf ihre eigenartige Weise, die dem ganzen Buch seinen, ja: Zauber verleiht. Denn Zauber hat es, und ist ja auch kein Buch „über“ den Völkermord an den Armeniern, sondern eher eines, das sich auf die Suche nach Möglichkeiten macht, von ihm zu erzählen. Eine Suche danach, wie es gehen könnte, im Angesicht solcher Verbrechen trotzdem zu leben. Katerina Poladjans Kunst ist es, durchs Nichterzählen zu erzählen. Vielleicht so, wie Godard es in der Filmkunst gemacht hat. Was keine andere Kunstform, keine andere Sprache kann, was einzig und allein die literarische Kunst und Sprache vermag, das kann man von Katerina Poladjan lernen: „Wohin gehen wir, Anahid? Sie schwieg und dachte nach, und endlich hatte Anahid die Antwort für ihn. Sie sagte einfach, es wird gut werden, irgendwann wird es wieder gut werden, und er fragte, wo ist dieses irgendwann, und sie sagte, es ist hier und wir nehmen es mit.“ Durch den Abend führt Insa Wilke.