Alte Feuerwache (MA) – lesen.hören 14: Nächstenliebe. Josef Haslinger spricht von seinem Fall. Gert Scobel fragt nach – Reservierungen nur über das Kulturparkett

SA, 07. März 2020, 20:00 Uhr

Wo: Alte Feuerwache, Brückenstraße 2, 68167 Mannheim

Wie viele: 2 Karten insgesamt über das Kulturparkett verfügbar. Die noch verfügbare Kartenanzahl kann von der hier angegebenen abweichen.

Reservierungsschluss: Mittwoch 12. Februar 2020  19 Uhr

Die Verlosung ist am 13.2.20

Kartenwünsche bitte ans Kulturparkett (info@kulturparkett-rhein-neckar.de oder telefonisch unter 0621 44599550 oder besuchen Sie uns in den Sprechstunden)

Abholung der Karten:
Ihre Karte bekommen Sie direkt an der Abendkasse.

Ihre Eintrittskarte holen Sie bitte bis spätestens 30 Minuten vor Beginn der Vorstellung. Die Abendkasse öffnet 1 Stunde vor Veranstaltungsbeginn. Es kann zu Wartezeiten kommen. Das Theater behält sich vor bei verspäteter Abholung die Tickets anderweitig zu vergeben.

Bei einigen Veranstaltungen gibt es eine große Nachfrage. Es freut uns Ihnen ein so umfangreiches Veranstaltungsprogramm bieten zu können.

Wir wollen die Tickets gleichmäßiger und gerechter verteilen. Die Reservierungen sind für Sie, als Gast, verbindlich. Alle Reservierungen des Kulturparkett Rhein-Neckar e.V. haben aber einen Verlosungsvorbehalt.

Das heißt: Wir behalten uns vor die Tickets/Reservierungen zu verlosen wenn sich mehr Interessierte melden als Plätze vorhanden sind.

Nur wenn Sie kein(e) Ticket/Reservierung bekommen werden Sie benachrichtigt!

Es gelten unsere Spielregeln / Wichtige Hinweise zur Verbindlichkeit von Reservierungen.

 

Einlass 19:00
Beginn 20:00

lesen.hören 14

Immer mal wieder tauchte das Thema in seinen Texten auf, wurde aber noch nie zum Buch: sexueller Missbrauch. Josef Haslinger, Jahrgang 1955, hat bereits viele erfolgreiche Romane und beklemmende Berichte geschrieben: den Politthriller „Opernball“ zum Beispiel. Oder „Phi Phi Island“ über den Tsunami 2004, in den er mit seiner Familie in Thailand geriet. Zuletzt dann 2011 den Roman „Jáchymov“, der dem historischen Grauen dieses Ortes gewidmet ist. Seitdem lange nichts. Das lag sicher auch an seiner Tätigkeit als Präsident des PEN und Professor am Literaturinstitut Leipzig. Vielleicht aber auch daran, dass es nicht leicht war, das neue Buch zu schreiben.

In seinem neuen Buch „Mein Fall“ berichtet Josef Haslinger nun zum ersten Mal ausführlich von seinem Missbrauch durch die Patres am Sängerknabenkonvikt Stift Zwettl in Österreich. „Nie habe ich von Pater G. erzählt, aus Angst, man könne mir anmerken, dass ich sein Kind geblieben bin“, schreibt er. Als Zehnjähriger schickten ihn seine Eltern – zu seinem Besten – zu den Patres. Er war damals religiös, wollte selbst Priester werden und liebte die Kirche. Seine Liebe wurden von den Patres auf eine Weise erwidert, die dazu führte, dass Josef Haslinger vor einem Jahr doch noch vor die „Ombudsstelle der Erzdiözese Wien für Opfer von Gewalt und sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche“ trat. Er sagte aus, und er schrieb auf, was er auszusagen hatte. Nach einem halben Jahrhundert. Warum er so lange schwieg, warum er spät jetzt doch spricht und wie kompliziert diese Geschichte ist, erläutert er im Gespräch mit dem Moderator, Autor und Philosophen Gert Scobel, der selbst an einer Jesuiten-Hochschule Theologie studiert hat.