Archiv der Kategorie: Schauspiel

Offener Kulturtreff im Kulturparkett

Feitag, 8. Feburar 2019, 16-19 Uhr

Jeden Freitag findet im Kulturparkett der Offene Kulturtreff statt.

Sie sind herzlich willkommen, Fragen rund um den Kulturpass zu stellen, sich zum aktuellen Kulturprogramm zu informieren, über Ihre Erlebnisse zu berichten und in Kontakt zu anderen Gästen zu kommen.

Besuchen Sie uns in S3,12 !

Theater Pfalzbau (LU) – Schauspiel: Sommergäste

Fr, 14. / Sa, 15. Juni 2019, 19:30 Uhr

Wo: Theater Pfalzbau, Ludwigshafen
Wie viele: 5 Karten

Sie reservieren bis 3 Tage vor der Vorstellung beim Kulturparkett (info@kuturparkett-rhein-neckar.de oder telefonisch 0621-44599550) und können Ihre Karte dann direkt an der Abendkasse im Theater Pfalzbau abholen.

Sommergäste

Von Maxim Gorki
Deutsch von Ulrike Zemme
Fassung von Daniela Löffner und David Heiligers

DEUTSCHES THEATER BERLIN

GROSSE BÜHNE

Im Landhaus von Rechtsanwalt Bassow und seiner Frau Warwara trifft sich eine privilegierte Runde: Ärzte, Schriftsteller, Fabrikanten, Ingenieure. Die gehobene Mittelschicht hat die Stadt verlassen, um den Sommer im Grünen zu verbringen. Sie haben Zeit, sie haben Geld und führen ein überwiegend angenehmes, sorgenfreies Leben. Und doch fühlen sie sich einsam und leer, sind von sich selbst ermattet und müde von ihren Freiheiten. Da helfen auch die diversen Bindungen, Verhältnisse und Freundschaften nicht weiter. Sie sehnen sich nach einer anderen Zukunft – mit erlösender Liebe und einer sinnhafteren Erde. Sie reden, streiten, lamentieren und diskutieren. Wie mit diesem Weltschmerz umgehen? Was für eine Realität anstreben? Wozu sich weiter hetzen und warum Ideale verfolgen? Welche Vision entwerfen? Warwara: „Dieses Abwägen, dieses Berechnen! Wir haben so eine Angst vor dem Leben! Was soll das? Wir versinken im Selbstmitleid!“

Maxim Gorki schrieb Sommergäste 1904, am Vorabend der Russischen Revolution. Laut eigener Aussage wollte er mit diesem Szenenreigen und Beziehungsgeflecht „die moderne bürgerlich materialistische Intelligenz darstellen“. Er zeigt eine bequem gewordene Gesellschaft, die sich ihrer selbst nicht mehr sicher ist und in der es ruhelos rumort. Eine umwälzende Zeitenwende wirft ihre Schatten voraus auf diese Sommergäste und ihre suchenden Seelen.

Wie in Gorkis Stück die Szenen abrupt ineinander übergehen, ja sich manchmal geradezu ins Wort fallen, agiert das Ensemble auch in Daniela Löffners hoch verdichteter, von immenser Binnenspannung und freudigem Vertrauen in die Erzählungskraft des Theaters getragener Inszenierung. In ihrer mit dem Dramaturgen David Heiligers erstellten Fassung überwiegt eine heutige Redeweise („Du solltest eine Therapie machen, Warja!“), die Kostüme von Eva Martin entsprechen der aktuellen Mode. Das freilich ist nur die niedrigschwellige Oberfläche, unter der diese großartig geschlossene Aufführung eine ganze Welt ausbreitet: als kunstvolle Einladung zum Mitdenken, Mitfühlen, Mitlernen und Mitgenießen. Frankfurter Allgemeine Zeitung

Pfalzbau (LU) – Das kunstseidene Mädchen

So, 02. Juni 2019, 11:00 Uhr

Wo: Theater Pfalzbau, Ludwigshafen
Wie viele: 5 Karten

Sie reservieren bis 3 Tage vor der Vorstellung beim Kulturparkett (info@kuturparkett-rhein-neckar.de oder telefonisch 0621-44599550) und können Ihre Karte dann direkt an der Abendkasse im Theater Pfalzbau abholen.

 

Das kunstseidene Mädchen

Doris ist achtzehn, hält nichts von Bildung, sondern will „lieber auf der Tauentzien ein Glanz werden, statt zu arbeiten“. Geld oder eine Bleibe hat sie längst nicht mehr, also sitzt sie vor einem Vergnügungs-Etablissement und hofft darauf, eingeladen zu werden. Oder vielleicht ja auch engagiert zu werden: „Schließlich bin ich schon Schauspielschule.“ Während sie auf ihr Vorsingen wartet, hat sie Zeit genug, ihre Geschichte zu erzählen: die spektakuläre Flucht aus der Kleinstadt nach Berlin, die zahlreichen Männergeschichten und Betrügereien, durch die sie ihr Überleben sichert. Vor allem aber sind es ihr Humor und ihre besondere Sicht auf die Dinge, die dafür sorgen, dass sie immer wieder auf die Beine kommt. Carsten Golbeck und Rainer Bielfeldt erzählen den Klassiker von Irmgard Keun neu, ohne etwas hinzuzufügen –außer naturlich die Lieder, die aus Textpassagen des Buches heraus entwickelt wurden. Musikalisch wie inhaltlich schlägt diese Fassung den Bogen zwischen den Zwanzigern und heute. Der Stoff besticht durch zeitlose Aktualität: Im Mittelpunkt der Handlung steht die ungebremste Lebenslust und Kreativität eines jungen Menschen, der an Armut und lebensfeindlichen Umständen nach und nach zerbricht. Sowohl auf der Bühne als auch im Spiel wird alles vermieden, was den Stoff ins Nostalgische entrückt. Vor allem die Virtuosität und Spielfreudigkeit der Schauspielerin Antonia Bill lässt uns die Figur schnörkellos nahe kommen.

Dauer ca. 2 Stunden, eine Pause