Deutsche Staatsphilharmonie RLP – Modern Times 1


15. September 2017, 19:30 Uhr

Wo: Ludwigshafen, Konzertsaal im Pfalzbau
Wie viele: 10 Karten

Modern Times 1 – London am Rhein

Mitwirkende

  • Karl-Heinz Steffens Dirigent
  • Ray Chen Violine

Programm

  • Benjamin Britten Four Sea Interludes op. 33a (aus der Oper „Peter Grimes“ op. 33)
  • Benjamin Britten Konzert für Violine und Orchester Nr. 1 d-Moll, op.15 (1939, rev.1950/54/65)
  • Ralph Vaughan Williams Sinfonie Nr. 2 G-Dur „A London Symphony“

Beschreibung

Den Solistenreigen eröffnet der nicht einmal 30-jährige, gleichwohl mit zahlreichen Preisen geehrte Geiger Ray Chen (MODERN TIMES 1). Die Kostbarkeit seines Instruments, einer „The Macmillan“ genannten Stradivari, entspricht dem Rang des programmierten Violinkonzerts. Es stammt aus der Feder Benjamin Brittens und belegt einmal mehr, wie sehr Musik helfen kann, Krisen zu überstehen, mögen sie persönlicher oder politischer Natur sein. Immerhin reagierte Britten mit seinem Werk auf den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs. So darf man die teilweise wirklich anrührende Melodik als Zeichen der Trauer deuten. Allerdings verharrt letztere nicht bei sich selbst, sondern sie kann auch in den Kampfmodus umschalten, marschhaft aufbegehrend, von perkussiven Klängen begleitet. Kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs, genauer gesagt im Juni 1945, gelangte Brittens Oper Peter Grimes zur Uraufführung, eine mysteriöse Kriminalgeschichte um einen Fischer, der zwei seiner Lehrlinge ermordet haben soll. Als Kommentator des schaurigen Geschehens tritt das Meer auf. Von dessen erhabener Unergründlichkeit und seinen Drohgebärden erzählen orchestrale Zwischenspiele, die der Komponist später zu einer Konzertmusik zusammenstellte: den Four Sea Interludes. Aus der grandiosen Natur in die nicht minder grandiose City führt uns die London Symphony von Ralph Vaughn Williams. Seit 1914, dem Jahr ihrer Uraufführung, weiß sie das Publikum zu begeistern: eine Sinfonie von Mahler’schen Dimensionen und Tiefen, aber auch eine Liebeserklärung an eine Stadt. Deren Energieschüben, dem Mahlwerk ihrer Klänge kann man nur standhalten, rät uns die London Symphony, wenn man sich während der Morgenstunden oder auf stillen Plätzen innerlich zu sammeln vermag.