Kulturbrücken Jungbusch – Cuando llegue el alba


17. Mai 2016 · 20:00 Uhr

Wo: Kulturbrücken Jungbusch Böckstraße 21
Eintritt frei!

Cuando llegue el alba
Dokumentarfilm über den argentinischen Liedermacher und Aktivisten Jorge Cafrune

Der argentinische Sänger und Filmemacher Josele Schuap ist anwesend. Jorge Antonio Cafrune (* 8. August 1937 in Jujuy; † 1. Februar 1978 in Tigre), genannt „El Turco“ (der Türke), war einer der beliebtesten argentinischen Folkloresänger sowie ein Forscher, Sammler und Verbreiter der argentinischen Kultur.
Jorge Cafrune wurde in der Estancia „La Matilde“ von El Sunchal, in Perico, einer Stadt in der Provinz Jujuy geboren. Aufgrund seiner Abstammung, seine Großeltern sind syrische und libanesische Immigranten, erhielt er den Spitznamen „Turco“ (dt. Türke). Er schloss seine Schulbildung in San Salvador de Jujuy ab, wo er Gitarrenunterricht bei Nicolas Lamadrid nahm.
1957 nahm er seine erste Platte mit der Band Las voces de Huayra auf, die sich 1960 in Los Cantores del Alba umbenannte und die Ariel Ramírez zum Manager hatte. Ab 1962 initiierte Cafrune in Cosquín das „Festival Nacional de Folklore de Cosquín“. Auf seine Anregung hin nahm Mercedes Sosa 1965 daran teil. 1966 traf er bei einem seiner Besuche in den kleineren Dörfern auf den jungen Sänger José Larralde, den er ebenfalls förderte.
1967 ging er unter dem Motto „De a caballo por mi patria“ als Hommage an Ángel Vicente „Chacho“ Peñaloza auf Tour. Nach dem Vorbild der Gauchos reiste Cafrune quer durch Argentinien, um ihre Kunst durch das ganze Land zu tragen.
Nachdem er mehrere Jahre in Spanien gelebt hatte, wo er Lourdes López Garzón heiratete, kehrte er 1977 in sein Land zurück. Zu dieser Zeit befand sich Argentinien unter der Militärdiktatur von Jorge Rafael Videla. Die Regierung sah in der Musik Cafrunes eine Bedrohung, insbesondere in seinen politischen Liedern Zamba de mi esperanza und Luna Cautiva, die er kurz vor seinem Tode auf dem Festival de Cosquin intonierte: „Auch wenn es nicht zu dem genehmigten Repertoire gehört, wenn es mein Volk verlangt, werde ich es singen.“.
Am 31. Januar 1978 begann er mit Fino Gutiérrez einen Ritt, der 750 km von der Plaza de Mayo in Buenos Aires nach Yapeyú führen sollte, dem Geburtsort des Nationalhelden José de San Martín. Auf der Ruta Provincial 27 (Tirso de Molina und Av. Benavidez) wurden sie am späten Abend von einem Dodge-Pickup angefahren. Cafrune erlitt durch den Sturz und Huftritte Verletzungen am Brustkorb und Kopf, denen er noch in derselben Nacht erlag. Am Steuer saß der 19-jährige Héctor Emilio Díaz, der später freigesprochen wurde.
Oberstleutnant Carlos Enrique Villanueva, der zu dem Zeitpunkt im Konzentrationslager „La Perla“ in der Provinz Córdoba tätig war, wurde von der dort festgehaltenen Liliana Geuna zitiert: „man musste ihn umbringen, um anderen [Gegnern der Regierung] zuvorzukommen“. Der Oberleutnant Salvador Horacio Paino zitierte den ehemaligen Minister López Rega: „Dieser Türke verdient es nicht in einem Bett zu sterben… man muss mit ihm Schluss machen, ehe seine Stimme und seine verfluchte Gitarre es mit mir tun.“
Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=1FFRLomj33I
https://www.youtube.com/watch?v=-OhWjNUrTxo
https://www.youtube.com/watch?v=TgF7245Xl2Q