Musikalische Akademie des NTO – Lied von der Erde


09. Februar 2015 · 20:00 Uhr

Wann: Montag, 09.02.2015 – 20:00 Uhr
Wo: Mozartsaal, Rosengarten Mannheim
Wieviel: 30 Karten
Sie bestellen Ihre Karte bis 03. Februar 2015 telefonisch beim Kartenbüro der Musikalischen Akademie (Frau Lammer) unter 0621 / 26044. Bitte geben Sie bei der Reservierung an, dass Sie Kulturpass-Inhaber sind. Ihre Karte können Sie dann vor Konzertbeginn an der Abendkasse abholen.

Musikalische Akademie des NTO – Lied von der Erde
5. Akademiekonzert

Dan Ettinger, Dirigent
Edna Prochnik, Mezzosopran
Martin Muehle, Tenor

Programm:

Dmitri Schostakowitsch – Festive Overture A-Dur op.96
Herbst 1954, Händeringen am Bolschoi-Theater: Der 37. Jahrestag der Oktoberrevolution steht ins Haus, Orchesterproben sind schon angesetzt, aber es fehlt das Stück – irgendeine Komposition zur feierlichen Eröffnung des Festakts. Dmitri Schostakowitsch wird angefleht, schnellstens etwas zu liefern, Schostakowitsch, der gerade Besuch von seinem Freund Lev Lebedinsky hat, zaubert eine ältere Skizze aus der Schublade, beginnt, ohne die Unterhaltung mit seinem Gast zu unterbrechen, sie linker Hand zu Ende zu komponieren, und nach einer Stunde ist die „Festliche Ouvertüre“ fertig, „überschäumend wie eine soeben geöffnete Sektflasche“, so Lebedinsky.

Sergei Prokofjew – Symphonie Nr. 1 D-Dur op.25 „Symphonie classique“
Haydn war das Vorbild, als Sergei Prokofjew im Jahr 1916 eine Musik entwarf, mit der er die Szene einmal so richtig aufmischen wollte. Er war ja bereits als „junger Wilder“ abgestempelt, hatte die Hörerschaft mit archaischen Rhythmen und expressionistischen Gesten geschockt – und jetzt? Servierte er eine brillante und sanft ironisch den Tonfall der Wiener Klassik zitierende kleine Symphonie, deren Sätze er dann, gut haydnsch und scheinbar ganz brav, Allegro con brio, Larghetto, Gavotte und Finale nannte. „Symphonie classique“ hat er das Ganze schmunzelnd getauft und bemerkt, er wolle damit ein bisschen „die Gänse necken“. Seinen zahlreichen Kritikern von der konservativen Fraktion blieb dann auch pflichtschuldigst der Mund offen stehen vor Überraschung.

Gustav Mahler – Das Lied von der Erde
Im Annus horribilis 1907, nach dem Tod seiner kleinen Tochter, der Diagnose seiner lebensbedrohlichen Herzkrankheit und dem Bruch mit der Wiener Hofoper, ist dem in seinen Grundfesten erschütterten Mahler das kleine Büchlein von Hans Bethge in die Hände gefallen, Nachdichtungen chinesischer Poesie, aus denen er sich die Texte für sein „Lied von der Erde“ holte, diese eigentümliche Mischung aus Symphonie und Orchesterliedern. Mahler suchte einen neuen Blick auf das Leben und – schrieb ein Weltabschiedswerk, abgrundtief traurig auch im Heiteren und gleichzeitig von tröstlicher Ruhe. „Ich glaube“, so Mahler an Bruno Walter, „dass es wohl das Persönlichste ist, was ich bis jetzt gemacht habe.“