Musikalische Akademie des NTO Mannheim – Ingo Metzmacher, Dirigent – Benedict Kloeckner, Violoncello


Di, 03. Oktober 2017, 20 Uhr

Wo: Mozartsaal, Rosengarten Mannheim, Rosengartenpl. 2, 68161 Mannheim
Wie viele: 10 Karten insgesamt über das Kulturparkett verfügbar. Die noch verfügbare Kartenanzahl kann von der hier angegebenen abweichen.

Sie bestellen Ihre Karte bis eine Woche vorher telefonisch beim Kartenbüro der Musikalischen Akademie (Frau Raphaela Epstein) unter 0621 / 26044 (Montag – Freitag 10-14 Uhr, Mittwoch 10-18 Uhr.) Bitte geben Sie bei der Reservierung an, dass Sie Kulturpass-Inhaber sind. Ihre Karte können Sie dann vor Konzertbeginn an der Abendkasse abholen.

Einführungsgespräch jeweils um 19:15 Uhr, Mozartsaal

Richard Wagner
Vorspiel zum 1. Akt aus Die Meistersinger von Nürnberg

Paul Hindemith
Kammermusik Nr. 3 op. 36 Nr. 2 (Cellokonzert)

Dmitri Schostakowitsch
Symphonie Nr. 7 C-Dur op. 60 Leningrader

Die Exfrau: will Unterhalt, die Geliebte: schwanger von einem anderen, die letzte Oper: gefloppt, die Finanzen: ein Desaster, der Magen: leer–und was tut Richard Wagner? Schreibt eine komische Oper! So bezeichnet er seine Meistersinger von Nürnberg, die ja doch viel mehr als bloß komisch sind: groß und kleinlich, klug und dumm, brachial und zart, aber vor allem, vom ersten Ton des grandiosen Vorspiels an, ganz und gar deutsch, im guten wie schlechten Sinn… „Die Meistersinger“, schreibt Adorno, „sind das größte Zeugnis des wagnerschen Bewusstseins von sich selbst.“

Hindemiths Kleine Kammermusik Nr. 3 aus dem Jahr der Neuen Sachlichkeit 1925 ist eigentlich gar keine Kammermusik, eher ein virtuoses Konzert für Solocello und zehn Instrumente. Das Cello ist Primus inter Pares, aber im vielstimmigen Geplauder dieser ironiebegabten Musik kommen alle mal zu Wort–Brandenburgisches Konzert à la Hindemith!

Die Geschichte der Leningrader Symphonie ist ein Roman: wie Dmitri Schostakowitsch als Mitglied der Brandwache im von der Wehrmacht umzingelten, ausgehungerten Leningrad ausharrte und zwischen seinen Rettungseinsätzen an dieser aufwühlenden siebten Symphonie komponierte. In der dann jedermann nur die deutschen Truppen einmarschieren hörte–in Wahrheit war diese Symphonie mit ihrer mal grell-grotesken, mal verzweifelt-innigen Musiksprache als viel umfassendere Anklage gemeint, gegen Diktatur und Faschismus überall, auch in Stalins Sowjetreich. Und zugleich als flammendes Plädoyer für das Individuum: „Das wichtigste Objekt der Kunst aber bleibt der Mensch“, so Schostakowitsch.

Wagner und das 20. Jahrhundert: keine Gegensätze für einen wie Ingo Metzmacher,
der, wo immer er am Pult steht, das Moderne in der Musik aufspürt und zum Erlebnis macht. Nach Mannheim bringt er ein aufregendes Programm mit– und den jungen, mit Preisen überhäuften Ausnahme-Cellisten Benedict Kloeckner, der mit seinem hochemotionalen
Spiel schon Altmeister wie Daniel Barenboim oder Christoph Eschenbach zum Schwärmen
brachte.