NTM – die unverheiratete


26. November/04. Dezember 2015/16. Januar 2016 · 20:00 Uhr

Wo: Nationaltheater Mannheim, Studio                                                                                                Wie viele: 8 Karten

Sie reservieren beim Kulturparkett (info@kulturparkett-rhein-neckar.de oder telefonisch 0621 44599550) bis 20. November (für die Vorstellung am 26.11) bzw. bis  27. November (für die Vorstellung am 04.12.) oder bis 08. Januar (für die Vorstellung am 16.01.) und können Ihre Karte dann direkt an der Abendkasse im Nationaltheater abholen.

die unverheiratete
von Ewald Palmetshofer

Eine Frau ist gestürzt. Gefunden wird sie von ihrer Tochter. Im Krankenhaus trifft sie auf die »vier hundsmäuligen Schwestern«, einen Chor von antiker Größe. Sie bewohnen dort die Betten und sie pflegen dort die Kranken. Sie haben die alte Frau ein Leben lang begleitet – als Gefängniswärterinnen, als Gefängnisinsassinnen. Sie urteilten über sie und sie teilten mit ihr Arbeit, Nahrung, Schicksal. Vor 70 Jahren stand die Frau vor einem militärischen Standgericht und ein Jahr später vor einem Volksgericht. Von all dem zeugt heute ein Heft. Vielleicht ist es die letzte Hoffnung, einer Wahrheit habhaft zu werden, welche mit der letzten Kriegsgeneration zu sterben droht. Dieses Heft hat die Alte für ihre Enkelin aufbewahrt. Eine Enkelin, die vielleicht wieder vor einem Gericht stehen wird, die sich »wirklich gar nicht in die Zukunft denken« kann. Ihr stellt die Alte die Frage: »Hast eine Liebe in der Stadt?«, und erklärt ihr kurz darauf: »Im Krieg hat’s keine Männer nicht gegeben«. Und doch hören die Männer nicht auf, eine Rolle im Leben dieser Frauen zu spielen.

die unverheiratete ist ein Sprachkunstwerk voll von Zeit- und Figurensprüngen, das spürbar macht, wie sich Liebe, Schuld und Verdrängen in eine Familie einschreiben. Es weist über die Geschehnisse während des zweiten Weltkriegs hinaus und lässt nach objektiver Wahrheit fragen. Es ist das fünfte Stück von Ewald Palmetshofer am Nationaltheater.
Florian Fischer schloss 2014 sein Regiestudium an der Otto Falckenberg Schule in München ab und gewann mit seiner Inszenierung Der Fall M. – Eine Psychiatriegeschichte den Fast-Forward-Preis beim Festival für junge Regie am Staatstheater Braunschweig.

Mit: Hannah Müller, Ragna Pitoll, Elke Twiesselmann; Monika Altnöder, Brigitte Guthörl, Gabriele Köstinger, Eva Kunert

Dauer: ca. 2 Stunden, keine Pause