NTM – Iphigenie auf Tauris


16. März 2015 · 20:00 Uhr

Wo: Nationaltheater Mannheim, Schauspielhaus
Wie viele: 8 Karten

Sie reservieren beim Kulturparkett (info@kulturparkett-rhein-neckar.de oder telefonisch 0621 44599550) bis 09. März und können Ihre Karte dann direkt an der Abendkasse im Nationaltheater abholen.

Iphigenie auf Tauris
von Johann Wolfgang Goethe

„Das Land der Griechen mit der Seele suchend;
Und gegen meine Seufzer bringt die Welle
Nur dumpfe Töne brausend mir herüber“
Iphigenie, 1. Aufzug, 1. Auftritt

Iphigenie ist Priesterin im Tempel der Diana. Vor Jahren hat es sie auf die Insel Tauris ver­schlagen. Dort trifft sie unverhofft auf ihren Bruder Orest und will mit ihm das Land verlas­sen, doch König Thoas versucht, sie festzu­halten und zu heiraten. Goethe vollendete Iphigenie auf Tauris wäh­rend seiner italienischen Reise, mit der er sich seinen politischen Geschäften am Hof und dem oberflächlichen gesellschaftlichen Leben in Weimar zu entziehen suchte. Goethe ver­bindet in seinem Drama italienische, orientali­sche und deutsche Motive. Der „Wilde“, hier verkörpert von Thoas, dem Skythen, gilt wech­selweise als Hoffnungsträger oder Barbar. Doch wer sind hier die eigentlichen Barbaren? Eine ältere Frau, die ihren Mann ermorden lässt? Ein Sohn, der seine Mutter erschlägt? Ein Vater, der seine Tochter opfert? Ein Land, das gegen ein anderes Land in den Krieg zieht? Ein Alleinherrscher, der das rituelle Men­schenopfer pflegt? Eine junge Frau, die um der eigenen Integrität willen das Leben anderer aufs Spiel setzt? Weder religiöse Argumente als Rechtfertigung für herrschaftliche Ziele noch Kriegszüge zum Erhalt und Zugewinn von Macht und Reichtum sind uns heute fremd. Doch wo sich engagieren und wo sich heraushalten? Am Ende des Dra­mas fährt Iphigenie nach Hause, aber wie wird es mit der Bevölkerung auf Tauris weitergehen? Was wird mit den Gestrandeten an den Küsten der Insel passieren? Und was, wenn man sich nirgendwo mehr zu Hause fühlt?

Zuletzt inszenierte Lisa Nielebock, die unter anderem in Bochum als Hausregisseurin arbeitete, am Nationaltheater Medea, nun kehrt sie mit Iphigenie nach Mannheim zurück.

Dauer: 1 Stunde und 20 Minuten