NTM – Médée


11. Februar 2016 · 19:30 Uhr

Wo: Nationaltheater Mannheim, Opernhaus
Wie viele: 8 Karten

Sie reservieren beim Kulturparkett (info@kulturparkett-rhein-neckar.de oder telefonisch 0621 44599550) bis 03. Februar und können Ihre Karte dann direkt an der Abendkasse im Nationaltheater abholen.

Médée
von Luigi Cherubini

Médée ist Opfer und Täterin, schmählich verlassene Frau und grausame Rächerin. Als sie Jason zum Ruhm verhalf, machte sie sich am Tod ihres Bruders schuldig. Sie folgte Jason dann mit den beiden gemeinsamen Söhnen nach Griechenland, in die Fremde. Nun will Jason sie verlassen, um die Königstochter von Korinth zu heiraten. Dieser Zerstörung ihrer Existenz setzt Médée einen Racheplan entgegen, der zum Mord an der Rivalin, Kindsmord und damit in die Selbstzerstörung führt.

Um die archaische Rachefurie Medea schuf Regisseur und Ausstatter Achim Freyer ein fantastisches Theater finster-märchenhafter Irrealität, eine »Sensation in Wort, Klang und Licht« (Mannheimer Morgen). Die Presse bewunderte die »unheimliche Wirkung«, die von den »ariosen Exaltationen« der vier Hauptfiguren auf ihren Podesten hinter »kulissenhaft phantastischen Kostüm-Attrappen« ausgeht, und sah Freyers Sicht als Bezugnahme zum »Theater der Grausamkeit« (Frankfurter Rundschau).

Luigi Cherubinis Oper nach der antiken Tragödie des Euripides entstand in der Zeit der französischen Revolutionsopern, setzt aber den großen Chortableaus die musikalische Zeichnung von Individuen entgegen. Cherubini führt das Geschehen mit einer Klarheit in die Katastrophe, die das Werk zu einem packenden Musiktheaterdrama verdichtet – Brahms rühmte Médée als »höchste dramatische Kunst«. Die Urfassung, zum ersten Mal am Théâtre Feydeau in Paris aufgeführt, ist als opéra comique konzipiert. Die Musiknummern sind durch gesprochene Dialoge verbunden, die in späteren Fassungen als Rezitative komponiert wurden. In Mannheim erklingt die Urfassung mit deutschen Dialogen und französisch gesungenem Text.