Shakespeare’s STURM in der Neckarstadt-West


19. Juli 2015 · 19:30 Uhr

Wo: Altes Volksbad, Mittelstraße 42
Wie viele: 10 Karten

Sie reservieren beim Kulturparkett (info@kulturparkett-rhein-neckar.de oder telefonisch 0621 44599550) und können Ihre Karte dann direkt an der Abendkasse im Alten Volksbad abholen.

Shakespeare’s Sturm in der Neckarstadt-West
Regie: Hans-Günther Heyme

Das Stück

DER STURM („The Tempest“), 1611 uraufgeführt, gilt als das letzte Werk Shakespeares und dessen politisches und literarisches Testament.

Prospero, entmachteter Herrscher eines italienischen Stadtstaates, lebt als Verbannter auf einer einsamen Insel, hat deren Einwohner aus mystischen, archaischen Abhängigkeiten befreit und sie moderner Sklaverei unterworfen. Ein (durch seine Zauberkraft inszenierter) Sturm lässt seine ehemaligen Widersacher samt Gefolge auf der Insel stranden: ein buntes Abbild der Gesellschaft. Sofort setzen die verschiedensten Intrigen und Machtspiele ein, mit Mordplänen auf allen Ebenen der Hierarchie. Mittendrin ein naiv-unschuldiges Liebespaar. Aber auch die Revolten sind letztlich vom Inselherrn geduldet und gelenkt, als letzte Realisierung seiner magischen Kräfte. Wer gewinnt und wer verliert bei der allgemeinen harmonischen Auflösung in eine „schöne neue Welt“ am Ende?

„William Shakespeare, der wichtigste europäische Dramatiker, schrieb einen weltpolitischen Text, anhand dessen man unmittelbar heutige Ängste und Chancen zu diskutieren vermag.“ (Hansgünther Heyme)

„Dem Kolonialismus von damals entsprechen die Migrationsbewegungen von heute. Zu Shakespeare’s Zeiten eroberten ‘wir‘ die Welt, heute kommt die Welt zu uns. Die neue Macht des Geldes potenzierte die Grausamkeit der Feudalmacht.“ (Jan Kott)

Damals wie heute geht es um Diener und Herren und um den immerwährenden tragischen Konflikt zwischen der Sehnsucht nach der Ordnung der Natur und der Angst vor dem Chaos der Realität (das von Menschen gemacht ist). DER STURM ist, trotz seines versöhnlichen Endes, ein Drama der verlorenen Illusionen.

Das Projekt
Hansgünther Heyme, international bekannter deutscher Theaterregisseur, wird 2015 in einem Mannheimer Stadtteil Shakespeare’s STURM inszenieren, und zwar mit bulgarischen und deutschen Laiendarstellern, als praktisch verstandene Maßnahme des kulturellen Miteinanders.

Ort des Geschehens ist die „Neckarstadt-West“, ein lebendiges Viertel mit großem Migrantenanteil in der Bewohnerschaft. Bulgaren und Südosteuropäer stellen die größte zugewanderte Bevölkerungsgruppe dar.

Für Heyme, der zum Jahresende 2014 den Posten des Intendanten im Pfalzbau Ludwigshafen verlassen hat, ist dies nicht das erste Projekt mit Laien. Gerade feierte seine Inszenierung des Gilgamesch-Epos mit 50 Laien aus der Region fulminante Premiere. Viele ähnliche Projekte, häufig im Ausland, zeichnen seine Arbeit aus.

Das neue Vorhaben verlässt zudem den klassischen Theaterrahmen. Aufführungsort wird der Innenhof des Alten Volksbades sein, der mithilfe von Gerüsten zum „Globe Theatre“ nach Shakespeares Vorbild umgebaut wird.

Dr. Peter Kurz, Oberbürgermeister von Mannheim, hat seine persönliche Unterstützung zugesagt. Weiterhin sind verschiedene Stiftungen, Sponsoren und das Land Baden-Württemberg angefragt, zur Realisierung beizutragen. Träger ist das Kulturparkett Rhein-Neckar e. V.

Die Inszenierung wird zweisprachig sein und aktuelle Probleme des Viertels und seiner Bewohner widerspiegeln. Nicht nur als Schauspieler und Musiker, auch an allen vorbereitenden Arbeiten, Kostümschneiderei, Bauten, Technik usw. werden Anwohner der Neckarstadt-West beider Sprachgruppen beteiligt sein.