Theater im Pfalzbau (LU) – Schauspiel Judas -abgesagt-

So, 22.03.20, 18:00 UHR

Wo: Theater im Pfalzbau(LU), Berliner Straße 30, 67059 Ludwigshafen

Wie viele: 5 Karten stehen für die Vorstellung im Theater im Pfalzbau zur Verfügung.

Bei Interesse können Kulturpassinhaber ab 26. Februar bis 9. März Ihren Reservierungswunsch per Mail oder Telefon (info@kulturparkett-rhein-neckar.de oder 0621-44599550)anmelden.

Das Kulturparkett Rhein-Neckar e.V. behält sich vor die Tickets/Reservierungen zu verlosen wenn sich mehr Interessierte melden als Plätze vorhanden sind.

Die Tickets gibt es an der Abendkasse. Bitte holen Sie Ihre Eintrittskarte bis spätestens 30 Minuten vor Beginn der Vorstellung ab. Die Abendkasse öffnet 1 Stunde vor Veranstaltungsbeginn. Es kann zu sehr langen Wartezeiten kommen. Das Theater behält sich vor bei verspäteter Abholung die Tickets anderweitig zu vergeben.

Schauspiel

Judas

Im Christentum steht der Name Judas für Untreue und Verrat. Als Jünger folgte Judas Iskariot seinem Propheten, um ihn dann für 30 Silberlinge an die Feinde auszuliefern. Ein  Kuss war das verabredete Zeichen, durch das die Häscher ihr Opfer erkennen sollten. Die Motive für diese Tat liegen bis heute im Dunkeln, aber je länger das Christentum existierte, desto mehr wurde Judas zum Inbegriff des Bösen und befeuerte die wachsenden antisemitischen Tendenzen. Bis heute ist es in Deutschland nicht möglich, ein Kind Judas zu nennen, das Standesamt verweigert diese Namensgebung.

Die niederländische Autorin Lot Vekemans distanziert sich mit ihrem Monolog von der jahrhundertealten Negativsicht auf die biblische Figur. Judas bekommt eine Stimme und versucht, sich zu erklären. Das Symbol verwandelt sich in einen Menschen, der spricht und fühlt. Sein Anteil am Kreuzigungstod von Jesus Christus lässt ihm keine Ruhe. Und so berichtet er von der bewegten Zeit mit seinem Meister, der ihm zum Freund wurde. Seine Sicht der Dinge ist eine hochsubjektive und erhebt keinen Anspruch. Ein Verurteilter ringt  um seine menschliche Existenz, die weit mehr ist als der Moment von Schuld, auf die sie reduziert wird.

2017 inszenierte Tilman Gersch das Stück am Staatstheater Karlsruhe, gezeigt wurde es dort und auch hier in Ludwigshafen in verschiedenen Kirchen.

Timo Tank spielt den Verfemten mit aller zweifelnden Unwucht, Gewalt und Liebe, dem verbitterten Zorn und der empfindsamen Verletzlichkeit eines Mannes, der sich seit 2000 Jahren in eigener Flamme verzehrt, ohne Erlösung zu finden. Der Dämon, der seinem Judas Iskariot innewohnt, heißt Mensch. Eine herausragende Leistung.

Mannheimer Morgen

Von Lot Vekemans

Badisches Staatstheater Karlsruhe

 

Inszenierung Tilman Gersch
Mit Timo Tank