Theater Oliv (Ma) – Der Kuss der Spinnenfrau


Sa, 4. November 2017, 20:00 Uhr

Wo: Theater oliv, Am Meßplatz 7, 68169 Mannheim
Wie viele: 2 Karten insgesamt über das Kulturparkett verfügbar. Die noch verfügbare Kartenanzahl kann von der hier angegebenen abweichen.

Sie reservieren telefonisch beim Theater oliv unter (0621) 81 91 477 oder direkt im Theater
oliv (Am Meßplatz 7) Ihre Karte erhalten Sie dann an der Abendkasse.

Der Kuss der Spinnenfrau – Gastspiel des Kaba-reh Stuttgart

von Manuel Puig
aus dem Spanischen von Anneliese Botond

 Inhaltsbeschreibung:

 In einem argentinischen Gefängnis zur Zeit der Militärdiktatur in den
1970er Jahren wird der Homosexuelle Molina zu dem politischen
Gefangenen Valentin in die Zelle verlegt.
Trotz der persönlichen und gesellschaftlichen Schranken und der sehr
verschiedenen Lebensauffassungen kommen sich die beiden Häftlinge
in der Zwangsgemeinschaft ihrer Zelle näher.
Um Valentin die Schmerzen nach der Folter zu erleichtern und selbst
dem tristen Gefängnisalltag zu entfliehen, erzählt Molina die
Handlung alter Hollywoodfilme aus den 30er und 40er Jahren. Er
himmelt die weiblichen Filmstars an und identifiziert sich mit den
Filmheldinnen. Valentin hört sich bereitwillig die Geschichten an,
obwohl ihn die Geisteshaltung dahinter oft zum Widerspruch reizt.
Valentin bekommt verdorbenes Essen, um ihn zusätzlich zu
schwächen und seinen Widerstand zu brechen. Molina pflegt ihn
aufopferungsvoll und kann nicht verhindern, sich in ihn zu verlieben.
Zwischen den beiden so unterschiedlichen Männern entsteht eine enge
Freundschaft, die beide zu neuen Einsichten führt und in der sie ihre
Grenzen zu überschreiten lernen.

Dann wird Molina plötzlich aus der Haft entlassen, findet jedoch nicht
in sein altes Leben zurück. Zu groß ist die Veränderung, die die
Begegnung mit Valentin in ihm ausgelöst hat. Er zieht daraus eine
radikale Konsequenz.

Darsteller: Horst Emrich

Regie: Jutta Schubert

eine kaba-reh production

Manuel Puigs Roman wurde als Theaterstück, Film und Musical weltberühmt. Unsere Inszenierung geht einen noch nie gesehenen, radikalen Weg.

Wir spielen diese Geschichte als Solostück für einen Schauspieler, der
in die Rollen beider Männer hineinspringt und deren Beziehung
reflektiert. Denn erst dadurch, dass beide einander so annehmen, wie
sie sind und sich gegenseitig öffnen, werden sie zu ganzen
Persönlichkeiten.

Horst Emrich zieht die Register seiner Schauspielkunst mit tragischen
und komödiantischen Elementen und Versatzstücken aus Figurenspiel,
Tanz und Gesang.

Puigs Geschichte war in den 1970er Jahren ein mutiger Schritt. Sein
Roman war in Argentinien verboten und trieb den Autor ins
lebenslange Exil. Die Themen des Stückes sind leider bis heute
brennend aktuell: Terror und Willkür in gerade jetzt wieder
erstarkenden diktatorischen Regimen, Ausgrenzung und Gewalt und
eine konkrete Darstellung homosexueller Liebe.