Theater Pfalzbau (LU) – Schauspiel: Die Selbstmordschwestern


Sa, 17. November 2018, 19:30 Uhr

Wo: Theater Pfalzbau, Ludwigshafen
Wie viele: 5 Karten

Sie reservieren bis 3 Tage vor der Vorstellung beim Kulturparkett (info@kuturparkett-rhein-neckar.de oder telefonisch 0621-44599550) und können Ihre Karte dann direkt an der Abendkasse im Theater Pfalzbau abholen.

 

Die Selbstmordschwestern

Nach dem Roman von Jeffrey Eugenides
FOKUS THEATERSTADT MÜNCHEN
KAMMERSPIELE

Fünf Schwestern fassen einen radikalen Entschluss. An der Schwelle zum Erwachsenwerden soll ihr Leben enden, und so beginnt das „Jahr der Selbstmorde“ im Haus der bis dahin unauffälligen Mittelstandsfamilie Lisbon. Fassungslos beobachten die Söhne der Nachbarsfamilie, wie eine Schwester nach der anderen den Freitod sucht. Ihre Beschreibungen offenbaren das Drama, das sich hinter der sauber verputzten Fassade des Einfamilienhauses abspielt, lassen die dort herrschende Kälte erahnen, in der die Mädchen emotional verkümmern. Nach dem Verlust aller ihrer Töchter gehen die Eltern Lisbon schnell zur Routine über. Die Nachbarsjungen aber sind nachhaltig erschüttert.

Auf der Bühne finden sie sich nun zu einem Erinnerungsritual zusammen. Der Roman des amerikanischen Autors Jeffrey Eugenides ist hier nur noch in Fragmenten präsent. Susanne Kennedys außergewöhnlicher Regiezugriff fokussiert in vielen Dimensionen das Thema Tod und Gedächtnis. Die Jungen sind längst eins geworden mit den Objekten ihrer Verehrung, ihre Identität verschwindet hinter den großäugigen, blumengeschmückten Traumwesen, die ihrer übersteigerten Phantasie entsprungen zu sein scheinen. In einem psychedelischen Gedächtnisraum vollziehen sie ihre kultischen Handlungen nach geheimnisvollen Regeln. Wer sich darauf einlässt, erlebt Theater, das einem LSD-Trip gleicht – Bewusstseinserweiterung inklusive.

Die junge Regisseurin Susanne Kennedy ist mit ungewöhnlichen Regiezugriffen aufgefallen. Bereits zwei ihrer ersten Inszenierungen an deutschen Theatern wurden 2014 und 2015 zum Theatertreffen nach Berlin eingeladen. Sie arbeitet mit starker Verfremdung und Entindividualisierung durch Masken, Multimedia, Playback-Dialoge und Doppelgänger.

Susanne Kennedy begreift Theater als Ritual und schafft dafür Bühnenräume, die an Installationen erinnern. Ihre Arbeiten sind radikale Form-Experimente, die mit Überbelichtungen und Video- Irritationen, Gesichtsmasken und Voice-Over-Technik Sehgewohnheiten infrage stellen und Sprache extrem räumlich-körperlich fassen. Süddeutsche Zeitung