Theater Pfalzbau (LU) – Schauspiel: Geächtet


Sa, 03. / So, 04. November 2018, 19:30 Uhr

Wo: Theater Pfalzbau, Ludwigshafen
Wie viele: 5 Karten

Sie reservieren bis 3 Tage vor der Vorstellung beim Kulturparkett (info@kuturparkett-rhein-neckar.de oder telefonisch 0621-44599550) und können Ihre Karte dann direkt an der Abendkasse im Theater Pfalzbau abholen.

Geächtet

Schauspiel
Von Ayad Akhtar
WERKSCHAU RESIDENZTHEATER MÜNCHEN
Inszenierung Antoine Uitdehaag
Bühne Momme Röhrbein
Kostüme Heide Kastler
Mit Bijan Zamani, Nora Buzalka, Götz Schulte, Lara-Sophie Milagro, Philip Dechamps

Amir Kapoor hat es geschafft. Er ist ein erfolgreicher New Yorker Anwalt, arbeitet in einer renommierten jüdischen Kanzlei in New York und bewohnt ein Loft in der Upper East Side von Manhattan. Für all das hat er einen hohen Preis bezahlt. Kapoor ist Sohn pakistanischer Einwanderer und versteckt seine Herkunft hinter einem falschen, buddhistisch klingenden Nachnamen. Auf dem Weg zur kompletten Assimilation an die amerikanische Gesellschaft erschien es ihm notwendig, jeden Bezug zum Islam zu kappen. Im Gegenzug entwickelt seine weiße, christlich geprägte Ehefrau eine übermäßige Liebe zur islamischen Kunst.
Um das explosive Maß der Selbstverleugnung seiner Hauptfigur zu offenbaren, bedient sich der junge Erfolgsautor Ayad Akhtar beim dankbaren Genre der Wohnzimmerschlacht. Ein befreundetes Ehepaar ist zum Dinner geladen: Er ein amerikanisch-jüdischer Kurator, sie eine afroamerikanische Karrieristin, die wie Kapoor den Aufstieg aus kleinsten Verhältnissen vollzogen hat und nun in der Hierarchie seiner Kanzlei über ihm steht. In diesem gemischten Doppel manifestieren und entzünden sich die Grundkonflikte der vermeintlich aufgeklärten, toleranten, politisch korrekten westlichen Welt. Eine Diskussion über religiöse Traditionen eskaliert, Amir verliert erst die Kontrolle, dann seinen Job und seine Frau. Ob er durch diesen Befreiungsschlag seine Identität wiederfindet, ist fraglich. Zu sehr ist er schon aufgerieben im Kampf um Aufnahme in eine Gesellschaft, die sich durchlässig gibt und voller Rassismus ist.

Geächtet ist eines der erfolgreichsten amerikanischen Theaterstücke der letzten Jahre und hat schnell auch seinen Siegeszug an deutschen Bühnen angetreten. Es wurde mit dem Pulitzer-Preis und dem renommierten österreichischen Nestroy-Preis ausgezeichnet und bei der Kritikerumfrage des Magazins Theater heute 2016 zum besten ausländischen Stück gewählt. Der Autor Ayad Akhtar ist wie seine Hauptfigur Amerikaner mit pakistanischer Abstammung.

Akhtar, geboren 1970 als Sohn pakistanischer Einwanderer in New York, gelingt hier das Kunststück, in der Struktur eines Well-made-Plays eine ziemlich brillante Debatte über Identität, Integration und Ressentiments zu führen. Süddeutsche Zeitung