Vortrag – „Das Bild der Frau und des Weiblichen in der arabischen Kulturgeschichte“


6. November 2015 · 19:00 Uhr

Wo: Gemeindesaal der Mannheimer Heilig-Geist-Kirche
Eintritt frei!

Das Bild der Frau und des Weiblichen in der arabischen Kulturgeschichte. Eine psychohistorisch-tiefenpsychologische Interpretation.
Der Ausgangspunkt des Vortrags ist die Frage, warum die arabischen Vorläufer des grimmschen Märchens „Die drei Schlangenblätter“ alle die extrem frauenfeindliche Tendenz ihrer indischen Vorbilder kritiklos übernehmen und auf ihre eigenen Verhältnisse übertragen. Die Antwort darauf kann nur ein Überblick über die historischen Bedingungen der vorderasiatischen Halbinsel geben. Zunächst wird die arabische Kultur- und Religionsgeschichte von der Antike bis zum Beginn der Neuzeit in groben Zügen skizziert. Danach steht der Islam mit seinem Propheten Mohammed, seinem heiligen Buch „Koran“ und seiner Rechtsordnung „Scharia“ im Vordergrund der Ausführungen. Von hier aus ergibt sich die Darstellung des zentralen Themas der Frau und des Weiblichen in Religion, Gesellschaft, Lebensform und Literatur von Arabien. Dabei fällt ein starker Kontrast zwischen dem Gebot der Verschleierung und der Verklärung des „schönen Geschlechts“ in Mystik und Poesie auf. Ab-schließend wird die Bedeutung der Frau und des Weiblichen noch an einigen Gestalten der Erzählungen aus „Tausendundeine Nacht“ konkret vor-gestellt. Tiefenpsychologische Kate-gorien von C. G. Jung, Erich Neumann und Erich Fromm runden die psychohistorischen Gedankengänge des Vortrags ab und schärfen den kritischen Blick auf die patriarchalen Verhältnisse in Arabien.