Vortrag – „Das Bild der Frau und des Weiblichen in der indischen Kulturgeschichte“


24. April 2015 · 19:00 Uhr

Wo: Gemeindesaal der Mannheimer Heilig-Geist-Kirche
Eintritt frei!

Das Bild der Frau und des Weiblichen in der indischen Kulturgeschichte
Eine psychohistorisch-tiefenpsychologische Interpretation.
Vortrag von Dr. phil. Friedrich Schröder

Der Ausgangspunkt des Vortrags ist die Frage, warum die indischen Vorläufer des grimmschen Märchens „Die drei Schlangenblätter“ alle eine extrem frauenfeindliche Tendenz aufweisen. Die Antwort darauf kann nur ein Überblick über die historischen Bedingungen des südasiatischen Subkontinents geben. Zunächst wird die indische Kultur- und Religionsgeschichte von der vorarischen Epoche bis zum Beginn der Neuzeit in groben Zügen skizziert. Danach stehen Hinduismus und Buddhismus mit ihren Gemeinsamkeiten und Unterschieden im Vordergrund der Ausführungen. Von hier aus ergibt sich die Darstellung des zentralen Themas der Frau und des Weiblichen in Religion, Gesellschaft, Lebensform und Literatur von Indien. Dabei fällt vor allem der Widerspruch zwischen der Weite von Philosophie und Mythologie einerseits und der starren Aus-prägung des Kastensystems anderer-seits auf. Abschließend wird die Bedeutung der Frau und des Weib-lichen noch an einigen Beispielen aus hinduistischen und buddhistischen Erzählungen konkret vorgestellt Tiefenpsychologische Kategorien von C.G. Jung, Erich Neumann und Erich Fromm runden die psychohistorischen Gedankengänge des Vortrags ab und schärfen den kritischen Blick auf die patriarchalen Verhältnisse in Indien.