Alte Feuerwache (MA) – lesen.hören 14: Kampf dem Lärm. Ein Abend für den Querulanten Theodor Lessing – Reservierungen nur über das Kulturparkett

MI, 26. Februar 2020, 20:00 Uhr

Wo: Alte Feuerwache, Brückenstraße 2, 68167 Mannheim
Wie viele: 2 Karten insgesamt über das Kulturparkett verfügbar. Die noch verfügbare Kartenanzahl kann von der hier angegebenen abweichen.

Reservierungsschluss: Mittwoch 12. Februar 2020  19 Uhr

Die Verlosung ist am 13.2.20

Kartenwünsche bitte ans Kulturparkett (info@kulturparkett-rhein-neckar.de oder telefonisch unter 0621 44599550 oder besuchen Sie uns in den Sprechstunden)

Abholung der Karten:
Ihre Karte bekommen Sie direkt an der Abendkasse.

Ihre Eintrittskarte holen Sie bitte bis spätestens 30 Minuten vor Beginn der Vorstellung. Die Abendkasse öffnet 1 Stunde vor Veranstaltungsbeginn. Es kann zu Wartezeiten kommen. Das Theater behält sich vor bei verspäteter Abholung die Tickets anderweitig zu vergeben.

Bei einigen Veranstaltungen gibt es eine große Nachfrage. Es freut uns Ihnen ein so umfangreiches Veranstaltungsprogramm bieten zu können.

Wir wollen die Tickets gleichmäßiger und gerechter verteilen. Die Reservierungen sind für Sie, als Gast, verbindlich. Alle Reservierungen des Kulturparkett Rhein-Neckar e.V. haben aber einen Verlosungsvorbehalt.

Das heißt: Wir behalten uns vor die Tickets/Reservierungen zu verlosen wenn sich mehr Interessierte melden als Plätze vorhanden sind.

Nur wenn Sie kein(e) Ticket/Reservierung bekommen werden Sie benachrichtigt!

Es gelten unsere Spielregeln / Wichtige Hinweise zur Verbindlichkeit von Reservierungen.

 

Einlass 19:00
Beginn 20:00
lesen.hören 14

Halle 2019. Wer damit nicht gerechnet hat, hat die brennenden Häuser und Heime in den 90er Jahren nicht gesehen, hat die Morde des NSU und seine Unterstützer nicht wahrgenommen, nicht die Wahlergebnisse der letzten fünf Jahre und nicht, wie wieder geredet wird. Zeit für einen Rückblick und einen Abend für jemanden, der zu den ersten jüdischen Opfern der Nationalsozialisten gehörte: Theodor Lessing. Der Philosoph, Kulturkritiker und Journalist wurde 1872 in Hannover geboren, ging 1933 ins tschechische Exil und wurde am 31. August 1933 in Marienbad von drei nationalsozialistischen Attentätern erschossen. Lessing war ein schwieriger, streitlustiger Kopf. 1910 griff er einen Kollegen mit einer scharfen Satire an, die auch antisemitische Klischees nutzte. Darauf reagierten Prominente wie Stefan Zweig mit einer Unterschriftensammlung gegen ihn. Thomas Mann schrieb den Essay „Der Doktor Lessing“ und griff dafür selbst ins antisemitische Schmutzfach. Während des Ersten Weltkriegs machte Lessing sich mit der Antikriegsschrift „Geschichte als Sinngebung des Sinnlosen“ unbeliebt, die auch erst 1919 erscheinen durfte. Es folgten Texte wie „Die verfluchte Kultur“, eine kritische Charakterstudie über Paul von Hindenburg und seine Berichte über den Prozess gegen den Serienmörder Fritz Haarmann, in dem er die Polizeiarbeit angriff. Lessing war ein Querulant und keiner, der sich den Mund verbieten ließ. Er dachte eine Philosophie der Tat und lebte sie auch als Kulturkritiker. Durch Sprache griff er ein, auf eine Weise, die noch heute etwas mit unserer Zeit zu tun hat: „Der Lärm. Eine Kampfschrift gegen die Geräusche unseres Lebens“ heißt ein Text von ihm, „Gegen die Phrase vom jüdischen Schädling“ eine andere. Aber auch Tiere fingen seine Aufmerksamkeit. „Die Hyäne“ ist ein Lieblingstext von Markus John, der vollkommen entflammt letztes Jahr mit der Idee eines Lessing-Abends zu uns kam. Hier ist er nun. Musikalische Akzente setzt der Mannheimer Künstler Ziggy Has Ardeur.