Archiv der Kategorie: Lesungen

Theaterhaus G7 – Aus-Klang-Poesie

DO, 21.3. 21.30 Uhr Foyer

Wotheater/haus G7, G7 4b, 68159 Mannheim
Wie viele: EINTRITT FREI

Aus-Klang-Poesie

Anfang 2018 gründeten junge Autoren aus Mannheim das Kollektiv Junge Literatur Mannheim. Monatlich sind sie mit einer Schreibwerkstatt im Theaterhaus zu Gast und betreiben einen kleinen Literaturautomaten. Zum Aus-Klang des Unesco Welttags der Poesie wollen sie alles: Kerzenlicht, Klang und Wort. Zur blauen Stunde lesen die Lyrikerinnen des Kollektiv Junge Literatur Mannheim, Paula Franke und Elisa Weinkötz aus ihren Texten.

 

Theater Felina-Areal (MA) – Wilhelm Reichs Rede an den Kleinen Mann

Mi, 6. und Sa, 9. Februar 2019, 20 Uhr | Do, 21. März 2019, 19:30 Uhr

Wo: Theater Felina Areal, Holzbauerstr. 6-8, Mannheim / Neckarstadt-Ost
Wie viele: 4 Karten pro Vorstellung über das Kulturparkett verfügbar. Die noch verfügbare Kartenanzahl kann von der hier angegebenen abweichen.

Sie reservieren direkt beim Theater Felina Areal – telefonisch unter der 0621 3364886 oder per Mail an karten@theater-felina-areal.de – und können Ihre Karte dann an der Abendkasse abholen. Wenn Sie auf den Anrufbeantworter sprechen,  geben Sie Ihren Vor- und Zunamen an und hinterlassen Sie uns eine Telefonnummer, damit das Theater Sie gegebenenfalls zurückrufen kann.

Wilhelm Reichs Rede an den Kleinen Mann

Regie: Rainer Escher
mit Christian Birko-Flemming

Bühne: Holger Endres
Dramaturgie: Angela Wendt

Wilhelm Reich gilt neben Freud und Jung als einer der großen Männer der Psychoanalyse.
Aber er ist ein widerspruchsvoller Charakter mit einem ebenso widersprüchlichen Leben. Er gilt als Befreier der Sexualität, als Entdecker der Charakteranalyse und des Krebses; nicht zuletzt sein politisches Engagement machte ihn fur eine ganze Generation interessant.

Wilhelm Reichs Adressat in seiner REDE AN DEN KLEINEN MANN ist nicht, wie der Titel vermuten lässt, der Kleine Mann, wie man ihn versteht; er hat primär nichts mit dem White Trash der Amerikaner zu tun und auch nicht mit dem Lumpenproletariat; er ist auch nicht der Proletarier oder der Kleinburger.
Wilhelm Reichs Kleiner Mann ist keine soziologische Bezeichnung, er ist eine psychologische Dimension, eine Haltung. Es ist der Typus, der immer nach oben schaut, der immer noch hinaus will. Doch immer sind ANDERE Schuld, dass er nicht dort hingelangt. Der Kleine Mann fühlt sich unterdrückt, beleidigt, ungerecht behandelt. Deshalb sucht er immer nach einem Großen Mann, der es für ihn richten, der für ihn die „Drecksarbeit“ machen soll.

Diesen Kleinen Mann will Reich befreien. Er will ihn von seinen schlechten Eigenschaften befreien. Er will, dass er selbst denkt und handelt. Dass er für seine Rechte einsteht und sich nicht von Führern, Vorsitzenden, Diktatoren und Lehrern bevormunden lässt.
In seiner fulminanten Abrechnung mit allen existierenden Systemen, die auf autoritären Maximen beruhen, und darunter zählen für ihn durchaus auch die Demokratien, die durch ihre Apparate korrumpiert werden, gibt es für Reich nur eine Lösung: der Kleine Mann muss zu sich selbst kommen, er muss Großer Mann werden und seine Emanzipation in die Gesellschaft tragen.

Reich war Teil der Emanzipationsbewegung der 68er-Bewegung. Anders als Freud war Reichs Psychologie im Körper zentriert. Psychische Störungen sind am Körperausdruck zu sehen und dort auch zu heilen.
Freie Sexualität und freie Menschen bedingen einander.
Reichs Emanzipation zielt immer auf das einzelne Subjekt ab.
Wer frei ist, kann sich auch wehren.
Freie Individuen schaffen eine freie Gesellschaft.

Alte Feuerwache (MA) – Argentinisch Autopia. María Cecilia Barbetta nimmt die Angst an die Hand

Dienstag, 26. Februar 2019, 20 Uhr

Wo: Alte Feuerwache, Brückenstraße 2, 68167 Mannheim
Wie viele: 6 Karten insgesamt über das Kulturparkett verfügbar. Die noch verfügbare Kartenanzahl kann von der hier angegebenen abweichen.

Sie können direkt bei der Alten Feuerwache reservieren (telefonisch unter 0621/293 92 81) und Ihr Ticket dann unter Vorlage des Kulturpasses an der Abendkasse abholen.

Argentinisch Autopia. María Cecilia Barbetta nimmt die Angst an die Hand

„lesen.hören 13“

Es gibt wenige Autorinnen, die mit solcher Hingabe der deutschen Sprache dienen wie die in Berlin lebende Argentinierin María Cecilia Barbetta. 2008 eroberte sie mit ihrem Debütroman „Änderungsschneiderei Los Milagros“ im Handstreich das hingerissene deutsche Publikum – und ließ es dann zehn Jahre auf ihr zweites Buch warten. Jetzt ist es da: „Nachtleuchten“. Und wieder ist dieses Buch ein Beispiel für die feine Spracharbeit, die Liebe zum Leben ihrer Figuren und das tief verwurzelte Wissen um die Prägungen der Geschichte, die María Cecilia Barbettas Schreibkunst auszeichnen. „Nachtleuchten“ hat
 sie ihren Großeltern gewidmet, denn der Roman
 führt in die Jahre vor der
argentinischen Militär
diktatur und in das Arbeiter-Viertel in Buenos Aires, in dem die Autorin selbst in der Nähe der großväterlichen Autowerkstatt aufgewachsen ist.

María Cecilia Barbetta erweckt wie von Zauberhand die Atmosphäre der Verwirrung und Angst dieser Zeit genauso zum Leben wie die in Redewendungen und Kalauern gefrorenen Formeln der deutschen Sprache. Noch nie hat wohl jemand in der deutschsprachigen Literatur mit so viel Wärme und Verständnis für den Alltag der „kleinen“ Leute am Vorabend des süd- amerikanischen Staatsterrors über diese düstere Zeit geschrieben. Wie der russische Dichter Ossip Mandelstam nimmt María Cecilia Barbetta die Angst der Zeit an die Hand: mit Humor und Ernst und mithilfe der spielerischen Freiheit der deutschen Sprache. Mit dem Verleger und Literaturenthusiasten Sebastian Guggolz spricht sie über Argentinien, die Madonna von Ballester und über die Spiegelungen zwischen dem argentinischen Alltag der frühen siebziger Jahre und dem europäischen Alltag unserer Tage.