Karlstorbahnhof/VHS Heidelberg – Shared Reading


Freitags 19.30 bis 21 Uhr

Wo: VHS Heidelberg, Bergheimer Straße 76, 69115 Heidelberg

Wie viele: Für jeden zugänglich, freier Eintritt.

Über die Veranstaltung: Literatur raus aus den Veranstaltungshäusern und tief in die Stadtgesellschaft hineinzutragen, wird im Karlstorbahnhof bereits seit vielen Jahren ganz groß geschrieben. Unsere Projekte wie Literatur sucht WG und Allerorts:Literatur! machen die Unesco City Of Literature an den unterschiedlichsten privaten und öffentlichen Orten der Stadt erlebbar. Mit Shared Reading entsteht nun ein Netzwerk von Gruppen in der ganzen Stadt, die dazu einladen, Literatur gemeinsam zu lesen. Der Gedanke dahinter ist, Menschen zusammenzubringen und einen Austausch anzuregen, unabhängig von Bildung und sozialem Hintergrund. Auf das gemeinsame Lesen muss sich niemand vorbereiten, es gibt keine Anmeldepflicht und die Teilnahme ist vollständig kostenfrei. Zusammen mit der Initiative Literarische Unternehmungen bringt der Karlstorbahnhof das aus England stammende Konzept an den Neckar – dank der großzügigen Unterstützung von Robert Bosch Stiftung, Innovationsfonds Kunst Baden Württemberg, BASF und Kulturamt Heidelberg.

Für jeden zugänglich durch Format und freien Eintritt soll SHARED READING® an vielen Orten in den Stadtteilen der UNESCO Creative City of Literature Heidelberg – in Kulturinstitutionen, Buchhandlungen, Jugendzentren, Flüchtlingsunterkünften, Vereinen, Altersheimen, Unternehmen u.a. – stattfinden.

Dr. Jane Davis entwickelte Shared Reading in Liverpool vor circa 20 Jahren ursprünglich mit dem Ziel den Zugang zu Literatur zu erleichtern. Die Idee, die hinter allem steht: Jeder Mensch trägt Geschichten in sich, die mitzuteilen sich lohnt. Über alle Alters- und Bildungsgrenzen hinweg. Niemand muss sich vorbereiten, ein Facilitator bringt zwei Texte mit, eine Kurzgeschichte und ein Gedicht, und beginnt, langsam und laut vorzulesen. Das anschließende Gespräch aller Teilnehmer unmittelbar am Text entlang ermöglicht einen intensiven Austausch über den Text und dadurch auch den Dialog über tiefgreifende gesellschaftliche und emotionale Themen.
In England wird Shared Reading seit vielen Jahren u.a. sehr erfolgreich in Kooperation mit dem Gesundheitssystem in den unterschiedlichsten Bereichen von Schmerztherapie bis Altenpflege eingesetzt. Sehr erfolgreich laufen auch Projekte zur Wiedereingliederung von Straftätern. Die von Davis gegründete Organisation The Reader beschäftigt inzwischen mehr als 50 Mitarbeiter, darüber hinaus mehr als 300 ehrenamtliche Mitarbeiter. Mehr als 15000 Menschen erleben dort Shared Reading jede Woche.

Wie funktioniert’s?
Shared Reading findet immer zuverlässig einmal pro Woche statt. Bis zu 12 Personen bilden eine Gruppe. Jede Gruppe wird von einem ausgebildeten Facilitator geleitet, der/die auch die Texte auswählt. Die Teilnehmer müssen sich in keiner Weise auf die Treffen vorbereiten. Gelesen werden pro Session immer jeweils ein Prosatext (z.B. eine Kurzgeschichte) und ein Gedicht. Einige Gruppen, die sich schon länger treffen, lesen auch ganze Novellen oder Romane in wöchentlichen Abschnitten. Der Text wird in der Gruppe vom Facilitator und/oder wechselnden Gruppenmitgliedern laut vorgelesen. Das Vorlesen wird regelmäßig unterbrochen um einzelne Passagen zu besprechen. Dabei geht es um die spontane Reaktion auf den Text. Jeder ist eingeladen seinen persönlichen Eindruck mit den anderen zu teilen oder auch einfach nur zuzuhören.

Auf der Frankfurter Buchmesse wurde das Shared Reading Projekt in Kooperation mit der Stabsstelle Kultur und Kreativwirtschaft der Stadt Heidelberg an der „Ideentanke“ am Baden-Württemberg-Stand vorgestellt.

Link zur Veranstaltung