MARCHIVUM (MA) – Imperiale Weltläufigkeit und ihre Inszenierungen. Theodor Bumiller, Mannheim und der deutsche Kolonialismus um 1900

Mittwoch, 27. November um 18 Uhr

MARCHIVUM, Archivplatz 1 (Dammstraße/Ecke Bürgermeister-Fuchs-Straße)
68169 Mannheim

Imperiale Weltläufigkeit und ihre Inszenierungen. Theodor Bumiller, Mannheim und der deutsche Kolonialismus um 1900

Vortrag am Mittwoch, 27. November um 18 Uhr im Friedrich-Walter-Saal des MARCHIVUM

Der Vortragsabend gibt erste Einblicke in den 2020 erscheinenden Sammelband, der ausgehend von der Biographie Theodor Bumillers die vielfältigen Beziehungen Mannheims zur kolonialen Welt in Übersee untersucht. Nach einer Einführung durch Prof. Dr. Johannes Paulmann vom Leibniz-Institut für Europäische Geschichte (IEG Mainz) werden zwei Biographien vorgestellt, die Mannheim Mitte und Ende des 19. Jahrhunderts mit verschiedenen Weltgegenden verbanden: Prof. Dr. Ulrich Nieß und Karen Strobel M.A. vom MARCHIVUM werden die niederländische Kolonie Suriname in den Blick nehmen, in die auch Mannheimer ausgewandert sind. Der Lebensweg des freigelassenen, schwarzen Sklaven Thomas van Vorden verlief in genau der umgekehrten Richtung: Anfang der 1840er Jahre kam er als „Bediener“ nach Mannheim und ließ sich als Gastwirt in Ludwigshafen nieder. Anschließend wird Dr. Bernhard Gißibl vom IEG Mainz die verflochtenen Biographien Theodor Bumillers und Silimu bin Abakaris vorstellen und insbesondere auch auf die ethnographischen Sammlungen Bumillers in den Reiß-Engelhorn-Museen eingehen. Im Kontrast der verschiedenen Formen imperialer Weltläufigkeit, ihrer Bedingungen und Inszenierungen werden auch die Wandlungen des Mannheimer Verhältnisses zum überseeischen Kolonialismus im Laufe des 19. Jahrhunderts sichtbar.