Nationaltheater Mannheim (MA) – Ansichten eines Clowns

Fr 10.04.2020 19:00 Uhr

Wo: Nationaltheater am Goetheplatz – Schauspielhaus –>  Spielstätten und Anfahrt

Wie viele: 10 Karten insgesamt über das Kulturparkett verfügbar. Die noch verfügbare Kartenanzahl kann von der hier angegebenen abweichen.

Die Tickets des NTM haben nun den VRN-Button(VRN Kombi Ticket). Dies ermöglicht die kostenfreie Hin- und Rückfahrt zur NTM-Veranstaltung mit öffentlichen Verkehrsmittel.

Das Kulturparkett dankt den Freunden und Förderern des Nationaltheaters Mannheim e.V. für die freundliche Unterstützung.


Kartenwünsche richten Sie bitte  vom 17.3.- 29.3. ans Kulturparkett (info@kulturparkett-rhein-neckar.de oder telefonisch unter 0621 44599550 oder besuchen Sie uns in den Sprechstunden)

Abholung der Karten:
Ihre Karte bekommen Sie direkt an der Abendkasse im Nationaltheater.

Ihre Eintrittskarte holen Sie bitte bis spätestens 30 Minuten vor Beginn der Vorstellung. Die Abendkasse öffnet 1 Stunde vor Veranstaltungsbeginn. Es kann zu Wartezeiten kommen. Das Theater behält sich vor bei verspäteter Abholung die Tickets anderweitig zu vergeben.

Falls Sie in Heidelberg, Schwetzingen und Speyer wohnen können Tickets zugesendet werden, damit die kostenfreie Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel mit dem VRN-Button möglich ist. Das funktioniert wenn Sie bei der Reservierung Ihre Adresse angeben!

Bei einigen Veranstaltungen gibt es eine große Nachfrage. Es freut uns Ihnen ein so umfangreiches Veranstaltungsprogramm bieten zu können.

Wir wollen die Tickets gleichmäßiger und gerechter verteilen. Die Reservierungen sind für Sie, als Gast, verbindlich. Alle Reservierungen des Kulturparkett Rhein-Neckar e.V. haben aber einen Verlosungsvorbehalt.

Das heißt: Wir behalten uns vor die Tickets/Reservierungen zu verlosen wenn sich mehr Interessierte melden als Plätze vorhanden sind.

 

Ansichten eines Clowns

frei nach dem Roman von Heinrich Böll
Premiere: Sa, 30. März 2019
  • Regie: Maxim Didenko
  • Bühne & Kostüme: Maria Tregubova
  • Choreografie: Dina Khuseyn
  • Musik & Komposition: Vladimir Rannev
  • Video: Oleg Mykhaylov
  • Licht: Damian Chmielarz
  • Dramaturgie: Valery Pecheykin (Gast) / Ouldooz Pirniya

Ein gescheiterter Rebell ist er, dieser Hans Schnier, der sich als tourender Clown selbst ins Abseits verfrachtet. Halb überzeugt, halb trotzig fristet er sein Nomadendasein in bundesdeutschen Hotelzimmern – lieber das, als Industriellensohn sein und seine Kinder katholisch erziehen lassen, wie seine große Liebe Marie es wollte. Schnier ist einer, der das Glück nur als Außenstehender zu ertragen scheint.

Heinrich Böll zählt zu den wichtigsten Intellektuellen der Nachkriegszeit. »Ansichten eines Clowns«, seine Abrechnung mit der konservativen, christlich geprägten BRD der 1950er Jahre, wurde zum internationalen Erfolg. Besondere Popularität genießt Böll bis heute in Russland, wo die orthodoxe Kirche noch immer eng mit dem Staat verknüpft ist. Für den russischen Regisseur Maxim Didenko ist es vor allem der Blick des Clowns auf die Wirklichkeit, die Bölls Betrachtung der Welt so einzigartig macht. Aus der Kunstform der Clownerie, die anarchisch und wahrhaftig zugleich ist, entwickelt er eine neue performative Sprache zwischen Tragik und Komik. »Ansichten eines Clowns« ist seine erste Regiearbeit in Deutschland.

 

Dauer: 2 Stunden, keine Pause

Die angegebene Dauer ist lediglich ein Richtwert.

»Aus dem Wuschelkostüm schält sich der Clown – Hauptfigur eines Theaterabends, den man so schnell nicht vergessen wird. Das kreative Produktionsteam entführt in eine Zauberwelt mit grellbunten Träumen und düsteren Alpträumen. […] Wesentlichen Anteil an der Faszination dieser Romanadaption hat der Video- und Lichteinsatz (Oleg Mykhaylov und Damian Chmielarz). Die ganzen Szenen werden von dramatischen Bildfolgen überzogen. Farbmuster konturieren das Geschehen. […] Christoph Bornmüllers Clown ist eine Ausnahmeleistung. Varianten- und nuancenreich präsentiert er einen Ritter von der traurigen Gestalt, mehr melancholischer Beobachter seiner selbst als anarchischer Rebell. […] Ein faszinierender Theaterabend mit großer Bildmagie und gesellschaftskritischen Widerhaken. Selten ist so ein kraftvolles, höchst intelligentes Theater geboten.« (Nachtkritik, 31.3.2019)

 

»Mit der Vielfalt seiner Einfälle könnte Maxim Didenko vermutlich mehrere Inszenierungen bedienen. Doch hat man sich erstmal auf die Vitalität dieser explosiven Theaterform eingestellt, auf all die Videobilder, dynamischen Abläufe, auf den expressiven Druck, dem sich die vorzüglichen Schauspieler aussetzen müssen, dann spürt man auch die Unbedingtheit und Notwendigkeit dieser Anstrengungen. Christoph Bornmüller ist Hans Schnier, der Clown, ein verzweifelter und einsamer Rebell, der an seiner Unzulänglichkeit, aber auch an der Heuchelei seiner Umwelt scheitert. Neben Rocco Brück als Theologiestudent Leo Schnier überzeugen auch die weiteren Ensemblemitglieder Boris Koneczny, Robin Krakowski, Viktoria Miknevich und Patrick Schnicke. Sie alle, zum Teil in verschiedenen Rollen, unternehmen eine gemeinsame Reise in die Vergangenheit […]« (Mannheimer Morgen, 1.4.2019)

 

»Der russische Regisseur Maxim Didenko beweist mit seiner bildgewaltigen Inszenierung am Nationaltheater Mannheim, dass man ihn heute noch lesen sollte. […] Didenkos Inszenierung hält sich streng an die literarische Vorlage. Eine eigene Geschichte erzählt er vor allem visuell. Mithilfe von Video, Licht und elektronischer Musik entstehen gewaltige Bilder, laute, grelle, auch anstrengende.« (Die Rheinpfalz, 1.4.2019)

 

»Didenko hat seinen Böll nicht nur gelesen, sondern gekonnt gegen den Strich bürstet. Aus dem rohen Sittenbild der Nachkriegs-BRD formt er einen Kosmos konspirativer Katholiken-Bünde, in denen Armut gepredigt und Dekadenz gelebt wird. […] Als Hans Schnier zeigt uns Christoph Bornmüller nuanciert den Melancholiker, der im sternklaren Himmel mit seiner toten Schwester erzählt – aber auch den Attentäter, der seine Morde im Stile eines Brenton Tarrant live mit der Kamera ins Internet streamt.« (Badische Neueste Nachrichten, 2.4.2019)

 

»Ein bildgewaltiger Abend mit betörender Bühnenästhetik.« (SWR 2, 1.4.2019)

 

»Auf der Grundlage einer in viele kurze Szenen gegliederten Textfassung von Valery Pecheykin, die den Inhalt stark verkürzt, aber stets in Bölls Sprache wiedergibt, baut die Regie technisch aufwendig einen höchst einfallsreichen, expressiven, alle Sinne beanspruchenden Abend auf, der in atemberaubenden Tempo vorangetrieben wird.« (Rhein-Neckar-Zeitung, 3.4.2019)