Theater Felina-Areal (MA) – Wilhelm Reichs Rede an den Kleinen Mann

Mi, 6. und Sa, 9. Februar 2019, 20 Uhr | Do, 21. März 2019, 19:30 Uhr

Wo: Theater Felina Areal, Holzbauerstr. 6-8, Mannheim / Neckarstadt-Ost
Wie viele: 4 Karten pro Vorstellung über das Kulturparkett verfügbar. Die noch verfügbare Kartenanzahl kann von der hier angegebenen abweichen.

Sie reservieren direkt beim Theater Felina Areal – telefonisch unter der 0621 3364886 oder per Mail an karten@theater-felina-areal.de – und können Ihre Karte dann an der Abendkasse abholen. Wenn Sie auf den Anrufbeantworter sprechen,  geben Sie Ihren Vor- und Zunamen an und hinterlassen Sie uns eine Telefonnummer, damit das Theater Sie gegebenenfalls zurückrufen kann.

Wilhelm Reichs Rede an den Kleinen Mann

Regie: Rainer Escher
mit Christian Birko-Flemming

Bühne: Holger Endres
Dramaturgie: Angela Wendt

Wilhelm Reich gilt neben Freud und Jung als einer der großen Männer der Psychoanalyse.
Aber er ist ein widerspruchsvoller Charakter mit einem ebenso widersprüchlichen Leben. Er gilt als Befreier der Sexualität, als Entdecker der Charakteranalyse und des Krebses; nicht zuletzt sein politisches Engagement machte ihn fur eine ganze Generation interessant.

Wilhelm Reichs Adressat in seiner REDE AN DEN KLEINEN MANN ist nicht, wie der Titel vermuten lässt, der Kleine Mann, wie man ihn versteht; er hat primär nichts mit dem White Trash der Amerikaner zu tun und auch nicht mit dem Lumpenproletariat; er ist auch nicht der Proletarier oder der Kleinburger.
Wilhelm Reichs Kleiner Mann ist keine soziologische Bezeichnung, er ist eine psychologische Dimension, eine Haltung. Es ist der Typus, der immer nach oben schaut, der immer noch hinaus will. Doch immer sind ANDERE Schuld, dass er nicht dort hingelangt. Der Kleine Mann fühlt sich unterdrückt, beleidigt, ungerecht behandelt. Deshalb sucht er immer nach einem Großen Mann, der es für ihn richten, der für ihn die „Drecksarbeit“ machen soll.

Diesen Kleinen Mann will Reich befreien. Er will ihn von seinen schlechten Eigenschaften befreien. Er will, dass er selbst denkt und handelt. Dass er für seine Rechte einsteht und sich nicht von Führern, Vorsitzenden, Diktatoren und Lehrern bevormunden lässt.
In seiner fulminanten Abrechnung mit allen existierenden Systemen, die auf autoritären Maximen beruhen, und darunter zählen für ihn durchaus auch die Demokratien, die durch ihre Apparate korrumpiert werden, gibt es für Reich nur eine Lösung: der Kleine Mann muss zu sich selbst kommen, er muss Großer Mann werden und seine Emanzipation in die Gesellschaft tragen.

Reich war Teil der Emanzipationsbewegung der 68er-Bewegung. Anders als Freud war Reichs Psychologie im Körper zentriert. Psychische Störungen sind am Körperausdruck zu sehen und dort auch zu heilen.
Freie Sexualität und freie Menschen bedingen einander.
Reichs Emanzipation zielt immer auf das einzelne Subjekt ab.
Wer frei ist, kann sich auch wehren.
Freie Individuen schaffen eine freie Gesellschaft.