Theater im Pfalzbau: ISTANBUL


2.5.2018 | 19:30 Uhr

5 Karten stehen für die Vorstellung im Theater im Pfalzbau zur Verfügung. Die Karten liegen an der Abendkasse – nach vorheriger Reservierung bis spätestens 29.4. über uns – bereit.

SCHAUSPIEL: ISTANBUL

Ein Sezen Aksu-Liederabend von Selen Kara, Torsten Kindermann und Akin E. Sipal

Sezen Aksu, in der Türkei „Minik Serçe“ (Kleiner Spatz) genannt, zählt zu den bedeutendsten türkischen Popstars der Gegenwart. Die Sängerin schreibt und komponiert die Musik und Texte ihrer Lieder selbst und kooperierte mit zahlreichen anderen Musikern. Großzügig förderte sie in ihrer Heimat auch junge Talente wie Sertab Erener, Aşkın Nur Yengi, Işın Karaca, Yıldız Tilbe, Şebnem Ferah, Levent Yüksel und Tarkan. In der Türkei gehörten der bekannte Schriftsteller und Dichter Murathan Mungan, der Rock-Musiker Teoman Yakupoğlu oder der bekannte türkische Rapper Ceza zu ihren künstlerischen Partnern. In Deutschland kooperierte sie u.a. musikalisch mit Udo Lindenberg und wirkte 2005 in Fatih Akins hochgelobtem Dokumentarfilm Crossing The Bridge – The Sound of Istanbul mit.

Ihre bekannten Lieder, darunter Hadi Bakalım, Sen Ağlama, Her Şeyi Yak und İstanbul İstanbul Olalı, bilden die Folie und prägen die Aufführung Istanbul des Theaters Bielefeld, in der die Geschichte der türkischen Gastarbeiter in Deutschland aus ungewöhnlicher Perspektive gespiegelt wird. Was wäre, wenn deutsche Gastarbeiter in Scharen in die türkische Metropole eingefallen wären, um dort ihr Glück zu machen und den heimischen Arbeitsmarkt anzukurbeln?

Mit einer bestechend simplen Umkehrung der Perspektive erzählt Istanbul die tragikomische Lebensgeschichte des Bielefelder Gastarbeiters Klaus Gruber in der fremden und schillernden Großstadt. Zwischen Werkbank, Basar, buntem Nachtleben und Teehäusern (in denen es nirgendwo handgebrühten Filterkaffee gibt) erleben wir in deutschen Spielszenen den Auswandereralltag, während auf Türkisch die Sehnsucht nach Glück, Liebe und Heimat besungen wird.

Die Königin des türkischen Pop, Sezen Aksu, begleitete mit ihren Liedern schon Generationen von Türken durch ihr Leben. Sie liefert den Soundtrack für diesen überraschenden und liebevollen Liederabend über Heimat und das Ankommen in der Fremde, an dessen Ende man sich fast wünscht, die Geschichte wäre tatsächlich anders verlaufen.

»Ein hinreißender, ans Herz gehender Liederabend, eine Liebeserklärung an eine weltoffene türkische Kultur, ein leichtfüßiger Kontrapunkt zur schwerfüßigen Politik des aktuellen Sultans, eine umjubelte Premiere im TAM. (…) Intendant Heicks hat inszeniert. Ganz ohne pädagogischen Zeigefinger gelingt ihm ein Theaterabend, der den Nachweis erbringt, dass Aufklärung und Gesellschaftskritik als mitreißende Unterhaltung unter Verzicht auf Moralinsäure hervorragend funktionieren kann. (…) Istanbul ist hoch empfehlenswert. Man ist versucht, erneut gegen den kulturpolitischen Rotstift zu wettern. Bielefelder! Strömt ins TAM. Es lohnt sich.« Neue Westfälische