Theater Pfalzbau (LU) – Wer leiht jungem Sänger altes Lied zum singen?


So, 11. November 2018, 11:00 Uhr

Wo: Theater Pfalzbau, Ludwigshafen
Wie viele: 5 Karten

Sie reservieren bis 3 Tage vor der Vorstellung beim Kulturparkett (info@kuturparkett-rhein-neckar.de oder telefonisch 0621-44599550) und können Ihre Karte dann direkt an der Abendkasse im Theater Pfalzbau abholen.

Wer leiht jungem Sänger altes Lied zum singen?

Szenen und Lieder von Karl Valentin
Interpretiert von Rainer Kühn
FOKUS THEATERSTADT MÜNCHEN

Er ist der Inbegriff des Münchner Originals, und allein schon seine Silhouette ist bemerkenswert. Dürr und überlang, mit riesiger spitzer Nase, ein Ritter von der traurigen Gestalt, so bleibt Karl Valentin in Erinnerung. Schon als Junge in der Vorstadt Au soll er es wild getrieben haben, und gleich nach der Schreinerlehre zog es ihn auf die Brettlbühnen der Heimatstadt. Als irrwitziger Wortverdreher schaffte er dort 1908 den Durchbruch und galt von da an als „Blödsinnkönig Valentin“. Mit seiner Partnerin Liesl Karlstadt erfand er, meist aus dem Stegreif, unvergessliche Dialoge, und der Ruhm des Komikerpaares reichte bald weit über München hinaus. „Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit“; dieses gern zitierte Bonmot sagt viel über Karl Valentins wunderbare Art, die Dinge mit Spitzfindigkeit und knallharter Logik auf den Punkt zu bringen.

Der Schauspieler Rainer Kühn hat eine Wesensverwandtschaft zu Karl Valentin entdeckt, und das hat bei weitem nicht nur mit seiner Erscheinung zu tun, die zweifelsohne Ähnlichkeiten aufweist. Ihm liegt der anarchische Humor des Künstlers, der sich zeitlebens nicht anpassen wollte und, nach einer gar nicht so langen Phase des Erfolgs, Lebenskrisen und Schicksalsschläge zu bewältigen hatte. Und so soll an diesem Abend nicht nur der lustige Karl Valentin auferstehen, auch dem Anderen, dem Einsamen und an der Welt Verzweifelnden, wird angemessener Raum gewährt.

Dem Publikum in Ludwigshafen ist Rainer Kühn schon bekannt. Er hat den Faust in der Inszenierung von Tilman Gersch gespielt, die mehrfach hier gastierte. Am Staatstheater Wiesbaden trafen Gersch und Kühn aufeinander und entwickelten eine fruchtbare Arbeitsbeziehung. Vor seiner Zeit in Wiesbaden arbeitete Rainer Kühn u.a. am Schauspiel Frankfurt, Theater Basel, Schauspiel Bonn und am Maxim Gorki Theater Berlin. Vor einigen Jahren war er in Edgar Reitz‘ Film Die andere Heimat – Chronik einer Sehnsucht zu sehen.