Lacrima

Wann: 5. Juni 2026 | 19:30 Uhr

Theater im Pfalzbau


Lacrima

Es ist der Stoff, aus dem die Träume sind: Ein Pariser Modeatelier wird mit der Herstellung des Brautkleids für eine britische Prinzessin beauftragt. Noch vor dem Entwurf entsteht der Mythos um diese einzigartige Robe. Acht Monate lang arbeiten Menschen an mehreren Orten, ja sogar auf zwei Kontinenten an Rock, Bustier und Schleier. Die Schneiderinnen sitzen in Paris, die Spitzenklöpplerinnen in der Normandie, ein Perlensticker in Mumbai. Sie alle sind zu strenger Geheimhaltung verpflichtet und leisten im Bewusstsein der Größe ihrer Aufgabe Übermenschliches. Was zählt, gemessen daran, schon ihr eigenes kleines Schicksal?

Caroline Guiela Nguyen hat nach intensiven Recherchen ein Stück entwickelt, in dem es um die Kehrseite von Pracht und Luxus geht. Die knappe zeitliche Vorgabe der Auftraggeber kollidiert mit den Ansprüchen der traditionellen Handwerkskunst, für die alle Beteiligten leben und brennen. Tränen und Verzweiflung begleiten die Entstehung des Kleides, ein Mann erblindet, eine Familie zerbricht. Das Brautkleid wird zum Fetisch, der seine Opfer fordert. Frappierend ist die Authentizität, mit der sich das alles nach und nach vor den Augen des Publikums entspinnt. Die Inszenierung selbst ist wie ein Gewebe feinster Machart, zart und widerständig zugleich. Sie verknüpft zeitlos Menschliches mit hochaktuellen globalpolitischen Fragen.

Caroline Guiela Nguyen, französische Regisseurin, Autorin und Filmemacherin, verbindet auf subtile Weise Theater und kollektives Gedächtnis. Ihre dramatischen Erzählungen sind von der Realität inspiriert, von intimen Geschichten der Menschen, die sonst unsichtbar sind. Lacrima entstand am Théâtre National de Strasbourg, das seit dieser Spielzeit von Nguyen geleitet wird. Die Premiere des Stücks beim Festival d’Avignon 2024 wurde gefeiert und international beachtet. Seither tourt Lacrima in der ganzen Welt und wurde u.a. in Paris, Montréal, Mailand, Wien und Berlin gezeigt.

Im Theater Pfalzbau sind alle Vorstellungen kostenfrei für Kulturpass-Inhaber*innen zugänglich. Die Karten sind ausschließlich an der Abendkasse erhältlich und können vorab nicht reserviert werden. Die Karten sind eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn an der Abendkasse vergeben – so lange der Vorrat reicht. Falls das Kartenkontingent erschöpft ist, besteht die Möglichkeit, eine Sozialkarte für 5€ zu erwerben.