Wann: 12. Juli 2026 | 11:00 Uhr - 15:00 Uhr
Theaterhaus G7
Zielgruppe: für alle ab 6 Jahren
Teilnahme: Eine Teilnahme ist sowohl die ganze Zeit wie auch punktuell möglich. Kinder sind jederzeit herzlich willkommen!
Sprache: Die Veranstaltung findet in Deutscher Lautsprache und teilweise Englischer Lautsprache statt. Flüsterübersetzung zwischen den Sprachen wird angeboten.´
Kinderprogramm wird angeboten
Über die Revue des Austauschs
Was bleibt nach einem Festival? Welche Erfahrungen wurden gemacht? Als Publikum, als beteiligte Künstler*innen, Initiativen oder Organisationen? Wie kann dieses Wissen erhalten bleiben und geteilt werden? Was können wir voneinander lernen? Wie kann es weitergehen?
In einer das Festival beschließenden künstlerischen Konferenz präsentieren Beteiligte und Gäst*innen ihre Ergebnisse, Beobachtungen und Fragen in einer Revue des Austauschs! Die Residenzkünstler*innen präsentieren Kurzbeiträge zu ihren ganz persönlichen Strategien des Bleibens in einem performativen Wörterbuch. An fünf verschiedenen Arbeitstischen mit regionalen wie überregionalen Gäst*innen werden inhaltliche Schwerpunkte des Festivals vertieft und praktisch erprobt: Ressourcen teilen, Netzwerke bilden, Archive performen, Kollaborationen eingehen und anderes. Die künstlerische Konferenz bietet die Möglichkeit zur Teilnahme an zwei der fünf verschiedenen Arbeitstische, weitere Informationen siehe unten.
Dieses hybride Format aus Kurzperformances, Inputs und Mini-Workshops lädt dazu ein, zu verweilen, zu flanieren, mitzugestalten, zu beobachten, zuzuhören, sich auszutauschen … und noch etwas länger zu bleiben. Vom gemeinsamen späten Frühstück bis zum frühen Nachmittag.
Mit:
Mit den Residenzkünstler*innen: Arens / Schädler / Ueberschär / Ausweg Rhein-Neckar e.V., böse blumen, INTER-ACTIONS, Laila Mahmoud und Vincent Bababoutilabo, Oré Arts e.V., 5elefants tanzkollektiv
Informationen zu den Residenzkünstler*innen siehe LINK
Und den Gäst*innen: Jenny Beyer, Saghar Hosseinpour, Hannah Ma, Gabriele Oßwald, Tina Pantisano, Michael Turinsky, Wolfgang Sautermeister, Steven Solbrig und Rotterdam Presenta
Zum Ablauf:
11:00 Check-In
11:30 Begrüßung
12:00 Strategien des Bleibens I – ein performatives Wörterbuch mit den Residenzkünstler*innen
13:00-14:30 Tischgespräche mit den Gäst*innen
14:30-15:00 Strategien des Bleibens II – ein performatives Wörterbuch mit Gäst*innen
Weitere Informationen
Zu den Tischgesprächen
Jenny Beyer
SHARED LEADERSHIP IN DANCE
Als Teil von SHARED LEADERSHIP IN DANCE lädt Jenny Beyer zu einem Tischgespräch über veränderte Arbeitsweisen in der freien Tanzszene ein. Im Mittelpunkt stehen die Herausforderungen prekärer Produktionsbedingungen sowie die Frage, wie nachhaltigere und solidarischere Formen künstlerischer Zusammenarbeit entstehen können. Diskutiert werden neue Modelle von Kollaboration, gegenseitiger Unterstützung und langfristiger künstlerischer Praxis. Welche neuen Modelle der Zusammenarbeit entstehen als Alternative zum isolierten Arbeiten in konkurrenzorientierten prekären Strukturen?
Jenny Beyers vor allem bei Kampnagel und K3 | Tanzplan Hamburg verankerte Arbeit fokussiert kollaborative Prozesse sowie die aktive Einbindung von Zuschauer*innen durch offene Proben und partizipative Formate. Bereits 2006 gründete sie mit vielen internationale Künstler*innen die Initiative Sweet&Tender Collaborations. Seit ihrer Residenz bei K3 im Jahr 2007 ist Hamburg ihr Produktionsstandort; seither entstanden 17 tourende Stücke, gezeigt u. a. beim Spring Dance Festival und Impulstanz Festival. Seit 2012 arbeitet sie zudem als Choreografin und Probenleiterin der Band Deichkind. Von 2022 bis Anfang 2025 erhielt sie mit ihrem Team die Förderung TANZPAKT Stadt–Land–Bund und entwickelte mobile OFFENE STUDIOS sowie ein Residenzprogramm in ihrem Tanzsttudio in Altona Nord. Gemeinsam mit Antje Pfundtner und Ursina Tossi startete sie 2025 das Projekt SHARED LEADERSHIP IN DANCE.
Shared Leadership in Dance (SLiD) ist ein Commitment zur Kollaboration sowie zur Teilung von Wissen, Ressourcen und Arbeit im Tanz, initiiert von den drei Choreograph*innen Jenny Beyer, Antje Pfundtner in Gesellschaft (APiG), Ursina Tossi und ihren Teams. Die in Hamburg arbeitenden Choreograf*innen erforschen neue Ansätze künstlerischer Zusammenarbeit. Ihr Konzept wurde 2025 von der Behörde für Kultur und Medien Hamburg zur Förderung ausgewählt und etabliert ein innovatives Modell zur strukturellen und finanziellen Teilung von Fördermitteln und Ressourcen innerhalb der freien Tanzszene. Ziel ist es, nachhaltige Strukturen für künstlerisches Arbeiten aufzubauen, Synergien zu schaffen und gleichzeitig eigenständige künstlerische Handschriften zu bewahren. Sie stehen in engem Austausch mit Institutionen und Künstler*innenkollektiven sowie regionalen und überregionalen Partner*innen. Diese Partner*innen verstärken das Hamburger Modell und tragen es in weitere künstlerische Kontexte.
Hannah Ma
Let´s gather in Hospitality
Der United Networks Hospitality Rider als Ressource im intersektionalen Kunstschaffen
Wir setzen uns mit dem Begriff von Gastfreund*innenschaft zusammen und mit der Frage: Wer sind wir? Und wie kommen wir zusammen?
Hannah Ma ist internationale Performer*in, Choreograf*in, Kurator*in und Produzent*in mit Wurzeln in Hongkong/Südostasien sowie Berchtesgaden/Europa.
Die Arbeit bewegt sich zwischen Ritual, Leere und intersektionalem Storytelling und wird von queer-feministischen sowie dekolonialen Perspektiven geprägt. Hannah arbeitet mit dem Körper als Seele und Essen als Zuhause, Erinnerung und Archiv. Dabei entwickelt Hannah gemeinsam mit anderen Erfahrungsräume, die sich durch Schwellenzustände, Trauer, Transformation und das Verweben von Auren bewegen. Darüber hinaus ist Hannah als Death Doula ausgebildet. (400)
Hannah Ma arbeitet an der Schnittstelle von Performance, Ritual und kollektivem Raum. Hannah versteht den Körper als Seele und Nahrung als Zuhause, Erinnerung und Archiv und entwickelt Arbeiten zu Themen wie Schwellenzuständen, Aura-Weaving, Transformation und Leere.
Gabriele Oßwald und Wolfgang Sautermeister
Was bleibt?
Das Ephemere in der Live-Art
Prozesse des Erinnerns, ein Ereignis bewahren und weitergeben. Wie und warum? Was verändert sich, was muss sich verändern durch die Weitergabe? Kann ein performatives Ereignis überhaupt bewahrt oder weitergegeben werden? Wir nähern uns diesen Fragen mit aller gebotenen Offenheit.
Gabriele Oßwald ist Bildende Künstlerin und Performance-Künstlerin, arbeitete aber auch viele Jahre in der Industrie und war aktive Gewerkschafterin und Betriebsrätin. 2001 gründete sie mit drei Kolleg*innen das Künstlerhaus zeitraumexit e.V. in Mannheim, das sich im Laufe der Jahre einen internationalen Ruf für experimentelle und transdisziplinäre Performances und andere Künste erwarb. Die Arbeit an und für zeitraumexit betrachtet sie als Teil ihres Lebenskunstwerkes. Seit 2017 ist Gabriele Oßwald wieder freiberufliche als Performerin tätig und leitet seit 2023 zusammen mit Wolfgang Sautermeister das Ensemble Divers. https://www.zeitraumexit.de/ensemble-divers. Sie lebt in Mannheim.
Wolfgang Sautermeister, 1954 geboren in Rottenburg/Neckar. Seit 1960 Ausstellungen und Performances in Deutschland / Europa. Mitbegründer von zeitraumexit Mannheim, Künstlerische Leitung bis 2016. Lehre für Performance und Kunst PH Heidelberg bis 2016. Gastprofessur für Performance und Installation, JLU Gießen 2008-2010. Seit 1998 Künstlerischer Leiter der Malwerkstatt in der Lebenshilfe Bad Dürkheim. Kuratierung von Ausstellungsprojekten. Seit 2012 Performance-Produktionen mit ‚mixed-abled‘ Gruppen. Seit 2023 Leiter des Ensemble Divers mit Gabriele Oßwald.
Steven Solbrig
Taktile Spuren der Festivaltage
Steven Solbrig ordnet mit dem Publikum das Tischgespräch taktil an. Aus den gesammelten Fragmenten Mannheims und den Spuren der Festivaltage wird gemeinsam etwas Neues dokumentiert und in eine lebendige Chronik archiviert, jenseits von Sprache.
Steven Solbrig ist in der DDR geboren und als Kind aufgewachsen. Solbrig ist weiß, 1,90 m groß, trägt gern Ohrringe, bezeichnet sich selbst, bewusst als Crip ist in das * & Formelzeichen verliebt. In Stevens transdisziplinärer Arbeit geht es derzeit viel um bodyminds [Leiber] und Fragen nach Verbindung sowie Trennung.
Saghar Hosseinpour und Michael Turinsky
Erfahrungsräume des Schwindelfrei Festivals
In dem offenen Tischgespräch mit Saghar Hosseinpour und Michael Turinsky wird das Schwindelfrei-Festival in seinen Erfahrungsräumen, Auslassungen, Chancen und künftigen Möglichkeiten reflektiert.
Saghar Hosseinpour ist eine Künstlerin, die an der Schnittstelle von Textproduktion, Live-Editing und Performance arbeitet. Ihre künstlerische Praxis entstand 2011 in der Underground-Szene Teherans, wo informelle und geheime Räume als Orte des Widerstands und der verkörperten Verweigerung fungierten. Sie erforscht Wahrnehmung als Ort der Untersuchung und beschäftigt sich damit, wie sich Autor*innenschaft und kollektive Präsenz in Situationen neu ordnen, in denen sich Aufmerksamkeit, Bedeutung und Handlungsfähigkeit jenseits vordefinierter Strukturen entfalten. Seit 2022 lebt sie in Frankreich, wo sie den Masterstudiengang Choreografie am CCN Occitanie – Nationales Zentrum für Tanz in Montpellier absolvierte.
Michael Turinsky ist ein in Wien ansässiger, körperlich behinderter Künstler und Theoretiker, der an der Schnittstelle von zeitgenössischem Tanz und Performance, Behinderung sowie politischer und ästhetischer Theorie arbeitet. Akademisch ausgebildet als Philosoph an der Universität Wien, begann Michael 2006 in die Welt des inklusiven Tanzes einzutauchen. Später hinterfragte er den Begriff der Inklusion und prägte seinen eigenen Begriff ‚Crip Choreography‘, um seine einzigartige künstlerische Praxis zu bezeichnen, die sich mit der spezifischen, widerständigen Materialität des Körpers in Prozessen der Subversion, De-Organisation und Re-Organisation dominanter Bewegungsformen und -qualitäten befasst.
Tina Pantisano
Kinder sind herzlich willkommen!
Du möchtest gerne kommen und weißt nicht, wohin mit Deinen Kindern? Bring sie gerne mit! Ein Kinderprogramm von Tina Pantisano ist Bestandteil der Konferenz.
Warum kommst du? Und viel wichtiger: Warum bleibst du? All deine Gedanken dazu sammeln wir und gestalten ein Wörterbuch des Bleibens. Zu Beginn setzen wir eine (Eis-)Maschinerie in Gang, damit alle Spaß haben zu bleiben! Machst du mit?
Tina Pantisano hat Kulturgestaltung studiert und ist gelernte Erzieherin. Sie führt künstlerische Projekte und Workshops mit Kindern und Jugendlichen durch.
Die Revue findet im Rahmen des Projekts „Hier bleiben! Strategien des Bleibens“ statt, gefördert durch die Baden-Württemberg Stiftung.
Eintritt frei
