Wann: 6. Dezember 2026 | 11:00 Uhr
Deutsch-Amerikanisches Institut (DAI)
Franz Schubert, Winterreise D 911
Marcus Imbsweiler & Timo Jouko Herrmann
Sechs Jahre nach Webers Freischütz schuf Franz Schubert mit dem Liedzyklus Winterreise ein Werk, das ebenfalls zum Grundbestand der musikalischen Romantik zählt, aber einen ganz neuen Akzent setzt. Schuberts Ich-Erzähler, ein namenloser Wanderer, verzweifelt nicht nur an der Realität, sondern findet auch in der Natur keinen Zuspruch mehr. Eine extreme Form der Desillusionierung, die sich aus den gesellschaftlichen Erfahrungen der Restaurationsepoche speist – und das gilt für den Komponisten ebenso wie für den oft unterschätzten Textdichter Wilhelm Müller. Schon die ersten Aufführungen dieses „Zyklus schauerlicher Lieder“ (Schubert) hinterließen einen nachhaltigen Eindruck, und daran hat sich bis heute wenig geändert. Mit Blick auf die Entfremdungstendenzen der Gegenwart könnte man sogar sagen: Die Winterreise ist das Werk der Stunde.
Zwei Enthusiasten der Musik tauchen mit dem Publikum tief in die Werke ein: Marcus Imbsweiler veröffentlicht Romane und Erzählungen; Dr. Timo Jouko Herrmann ist Komponist, Violinist und Gastdirigent der Heidelberger Sinfoniker.
Kartenreservierung:
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