Wann: 22. November 2024 | 19:00 Uhr
Evangelische-methodistische Kirche Mannheim
Eine interdisziplinäre Interpretation.
Dr. phil. Friedrich Schröder
Viele Leute verstehen auch heute noch die Bibel als “Wort Gottes” und nehmen sie wortwörtlich. Der Vortrag versucht historisch-kritisch die Grundlagen ihrer Entstehung nachzuzeichnen. Das Alte Testament hat sich in einem 500 Jahre dauernden Kulturkampf zwischen dem traditionellen Fruchtbarkeitskult Israels und der monothe-istischen Jahwe-Reform-Bewegung entwickelt. Der Höhepunkt seiner Abfassung und zentralen Redaktion geschah während des 50-jährigen Exils der israelitischen Schriftge-
lehrten in Babylon zwischen 580 bis 530 v. Chr.. Dort lernte die geistige Elite des Volkes Israel auch den Kult der Liebesgöttin Ischtar kennen und hassen. Aus dieser Abneigung
heraus schrieben sie große Teile des Ersten Testaments nieder. Daher stellt der Vortrag feministisch und tiefenpsychologisch diese “Große Göttin” des Altertums dar, indem er ihre zentrale Rolle im damals berühmten „Gilgamesch“- Epos untersucht, ihre Rituale der “Heiligen Hochzeit” und der “Sabbat”- Menstruationsfeier interpretiert und die Bedeutung der sakralen Prostitution erklärt. All dies ist kulturgeschichtlich eine grund-legende Voraussetzung zum Verständnis des Alten Testaments.
Eintritt Frei
