Wann: 21. Februar 2026 | 19:30 Uhr
Theater im Pfalzbau
Into The Hairy
Zu der hypnotischen elektronischen Musik des englischen Komponisten Koreless (alias Lewis Roberts), in die sich Noten sakraler Musik einfügen, erwacht eine Gruppe von Tänzern zum Leben. Nur die blassen Gesichter und Hände sind beleuchtet. Das gespenstische Licht entfacht eine seltsame Zeremonie, die Sharon Eyal folgendermaßen beschreibt: „Ich liebe Schwarz. Für mich ist Schwarz Licht, und die Tänzer bringen das Licht.“ In diesem permanenten Halbdunkel von unterschiedlicher Intensität ruft die Bewegung eine schlafwandlerische Menschlichkeit hervor. Die Tänzer stecken in spinnenartigen, hautengen Kostümen, die so dünn wie eine zweite Haut sind. Die Kostüme spiegeln eine bis in die Fingerspitzen raffinierte Ästhetik mit Nägeln und Schmuck im „Gothic“-Stil wider.
Into the Hairy erscheint wie ein Gemälde, das sich ständig neu zusammensetzt und wieder auflöst, mit eigenwilligen Körperhaltungen, zu grotesken Figuren verzerrten Silhouetten oder allegorischen Bildern, die an ein Altarbild erinnern: ausgestreckte Arme, geneigte oder entblößte Oberkörper. Mit ihrem Meisterwerk Into the Hairy will Sharon Eyal eine cineastische Erfahrung hervorrufen, ohne einem konkreten narrativen Faden zu folgen.
Die Trilogie OCD Love, Love Chapter 2 und Chapter 3: The Brutal Journey of the Heart von L-E-V brachte virtuosen Tanz voller Begierde hervor und kam einer choreographischen Sensation gleich, die sich dem kollektiven Gedächtnis der Tanzwelt eingebrannt hat. Into the Hairy tritt in die gleichen großen Fußstapfen. In zeitgenössischer Gestik entwickelt das Stück eine einzigartige visuelle Kraft. „Ich möchte keine Choreographie sehen, ich möchte Magie sehen, und ich möchte, dass die Menschen fühlen, was ich ihnen geben möchte“, erläutert Sharon Eyal. Mit Into The Hairy ist ihr genau das gelungen.
Im Theater Pfalzbau sind alle Vorstellungen kostenfrei für Kulturpass-Inhaber*innen zugänglich. Die Karten sind ausschließlich an der Abendkasse erhältlich und können vorab nicht reserviert werden. Die Karten sind eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn an der Abendkasse vergeben – so lange der Vorrat reicht
