Wann: 9. Juli 2026 | 21:00 Uhr - 22:30 Uhr
Eintanzhaus
Sprache: englisch und italienisch (mit deutschen und englischen Übertiteln)
Zielgruppe: für alle ab 16 Jahren
Sensorische Reize: laute Musik, laute Geräusche, Einsatz von Bühnennebel (Haze)
Über das Stück
Work Body ist inspiriert vom Gedicht „Le ceneri di Gramsci“ (Gramscis Asche), das Pier Pasolini dem ebenfalls körperlich behinderten Mitbegründer der kommunistischen Partei Italiens Antonio Gramsci widmete. Pasolinis sinnlich-intellektuelle Hommage an den marxistischen Denker nutzt Turinsky, um in Work Body eine Antwort auf den allgemeinen, von Männlichkeitsfantasien durchdrungenen Rechtsruck im Arbeitermilieu zu finden.
Gramsci betonte stets den „authentischen Kern“, den „buon senso“ im proletarischen Erleben. Wie steht es um die darin schlummernde Sehnsucht, autonom und mit seinesgleichen zu verkehren? Wie steht es um die erotischen, aber auch narzisstischen Untertöne von Kameradschaft und Brüderlichkeit? Und wie verhält sich kommunistisches Begehren zu sexuellem Begehren?
Bauend, singend, sprechend, tanzend, quer zur kapitalistisch organisierten Arbeitsteilung unterwandert Turinsky nicht nur die Trennung von Kopf- und Handarbeit, sondern auch die Grenzen zwischen choreografischer Intervention, Konzert und politischer Agitation. Work Body schafft einen Raum für Resonanzen zwischen dem „behinderten“ und „arbeitenden“ Körper. Damit rückt Turinsky die an die Ränder der Repräsentation gedrängten Körperlichkeiten ins Zentrum unserer Aufmerksamkeit.
Über den Künstler:
Michael Turinsky ist ein in Wien ansässiger, körperlich behinderter Künstler und Theoretiker, der an der Schnittstelle von zeitgenössischem Tanz und Performance, Behinderung sowie politischer und ästhetischer Theorie arbeitet.
Akademisch ausgebildet als Philosoph an der Universität Wien begann Michael 2006 in die Welt des inklusiven Tanzes einzutauchen. Später hinterfragte er den Begriff der Inklusion und prägte seinen eigenen Begriff „Crip Choreography”, um seine einzigartige künstlerische Praxis zu bezeichnen, die sich mit der spezifischen, widerständigen Materialität des Körpers in Prozessen der Subversion, De-Organisation und Re-Organisation dominanter Bewegungsformen und -qualitäten befasst.
Seine Soloarbeit Precarious Moves wurde 2021 mit dem renommierten Nestroy-Preis für die beste Off-Produktion ausgezeichnet. 2023 wurde er als „Outstanding Artist” vom österreichischen Kulturministerium ausgezeichnet.
Cast & Credits:
Michael Turinsky / Idee, Choreografie, Text, Performance
Tian Rotteveel / Musik, Lyrics, Performance
Jenny Schleif / Raum, Kostüm
Max Rux / Lichtdesign
Chris Standfest / Dramaturgische Beratung
Liv Schellander / Künstlerische Mitarbeit
Anna Gräsel / Produktionsleitung
Eine Koproduktion von Michael Turinsky – Verein für philosophische Praxis, Tanzquartier Wien und Theater RAMPE Stuttgart.
Mit Unterstützung der Kulturabteilung der Stadt Wien und des Bundesministeriums für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport.
Mit dem Kulturpass erhalten Sie freien Eintritt. Reservierung über das Buchungstool vom Eintanzhaus hier
