Archiv der Kategorie: Theater

Theater Pfalzbau (LU) – Musiktheater: Rienzi

Fr, 28. / So, 30. Juni 2019, 18:00 /17:00 Uhr

Wo: Theater Pfalzbau, Ludwigshafen
Wie viele: 5 Karten

Sie reservieren bis 3 Tage vor der Vorstellung beim Kulturparkett (info@kuturparkett-rhein-neckar.de oder telefonisch 0621-44599550) und können Ihre Karte dann direkt an der Abendkasse im Theater Pfalzbau abholen.

Oper von Richard Wagner

PFALZTHEATER KAISERSLAUTERN

GROSSE BÜHNE

Rom im 14. Jahrhundert nach Christus: Der Papst ist im Exil in Avignon – und in der Ewigen Stadt befehden sich die einflussreichen Patrizierfamilien bis aufs Blut um die politische Vormachtstellung. In diesem chaotischen Machtvakuum versucht Cola Rienzi, eine historisch verbürgte Person, die alte römische Republik neu zu beleben. Er bringt das der Machtkämpfe müde Volk dazu, ihn als Volkstribun zu installieren, scheinbar beugen sich auch die verschiedenen Adelscliquen dem charismatischen Politiker. Rienzi hat den Gipfel seiner Macht erreicht, doch gelingt es ihm nicht, die verfeindeten Parteien hinter sich zu vereinen. Die Adeligen planen ein Mordkomplott und ziehen gegen ihn zu Felde – am Ende steht das Kapitol in Flammen.

Rienzi war der erste durchschlagende Erfolg Richard Wagners und zu seinen Lebzeiten sein meistgespieltes Werk. 1837 lernte der Komponist den Historienroman Rienzi, der letzte Tribun des englischen Schriftstellers Edward Bulwer-Lytton kennen und entschloss sich, diesen Stoff für eine Oper aufzugreifen, mit der er idealerweise die Pariser Oper erobern wollte. So wundert es nicht, dass sich die musikalische Konzeption an der Grand Opéra im Stil von Spontini, Meyerbeer oder Halévy mit ihren großen Chortableaus orientiert. In der eher traditionellen Nummerndramaturgie ist gleichwohl bereits die Handschrift des späteren Musikdramatikers Wagner erkennbar. Eine Realisierung in Paris erwies sich zu Wagners tiefer Enttäuschung als unmöglich, doch die Uraufführung an der Dresdner Hofoper am 20. Oktober 1842 wurde zu einem ungeheuren Publikumserfolg und zu einem ersten Triumph des Dichterkomponisten.

Theater Pfalzbau (LU) – Schauspiel: Sommergäste

Fr, 14. / Sa, 15. Juni 2019, 19:30 Uhr

Wo: Theater Pfalzbau, Ludwigshafen
Wie viele: 5 Karten

Sie reservieren bis 3 Tage vor der Vorstellung beim Kulturparkett (info@kuturparkett-rhein-neckar.de oder telefonisch 0621-44599550) und können Ihre Karte dann direkt an der Abendkasse im Theater Pfalzbau abholen.

Sommergäste

Von Maxim Gorki
Deutsch von Ulrike Zemme
Fassung von Daniela Löffner und David Heiligers

DEUTSCHES THEATER BERLIN

GROSSE BÜHNE

Im Landhaus von Rechtsanwalt Bassow und seiner Frau Warwara trifft sich eine privilegierte Runde: Ärzte, Schriftsteller, Fabrikanten, Ingenieure. Die gehobene Mittelschicht hat die Stadt verlassen, um den Sommer im Grünen zu verbringen. Sie haben Zeit, sie haben Geld und führen ein überwiegend angenehmes, sorgenfreies Leben. Und doch fühlen sie sich einsam und leer, sind von sich selbst ermattet und müde von ihren Freiheiten. Da helfen auch die diversen Bindungen, Verhältnisse und Freundschaften nicht weiter. Sie sehnen sich nach einer anderen Zukunft – mit erlösender Liebe und einer sinnhafteren Erde. Sie reden, streiten, lamentieren und diskutieren. Wie mit diesem Weltschmerz umgehen? Was für eine Realität anstreben? Wozu sich weiter hetzen und warum Ideale verfolgen? Welche Vision entwerfen? Warwara: „Dieses Abwägen, dieses Berechnen! Wir haben so eine Angst vor dem Leben! Was soll das? Wir versinken im Selbstmitleid!“

Maxim Gorki schrieb Sommergäste 1904, am Vorabend der Russischen Revolution. Laut eigener Aussage wollte er mit diesem Szenenreigen und Beziehungsgeflecht „die moderne bürgerlich materialistische Intelligenz darstellen“. Er zeigt eine bequem gewordene Gesellschaft, die sich ihrer selbst nicht mehr sicher ist und in der es ruhelos rumort. Eine umwälzende Zeitenwende wirft ihre Schatten voraus auf diese Sommergäste und ihre suchenden Seelen.

Wie in Gorkis Stück die Szenen abrupt ineinander übergehen, ja sich manchmal geradezu ins Wort fallen, agiert das Ensemble auch in Daniela Löffners hoch verdichteter, von immenser Binnenspannung und freudigem Vertrauen in die Erzählungskraft des Theaters getragener Inszenierung. In ihrer mit dem Dramaturgen David Heiligers erstellten Fassung überwiegt eine heutige Redeweise („Du solltest eine Therapie machen, Warja!“), die Kostüme von Eva Martin entsprechen der aktuellen Mode. Das freilich ist nur die niedrigschwellige Oberfläche, unter der diese großartig geschlossene Aufführung eine ganze Welt ausbreitet: als kunstvolle Einladung zum Mitdenken, Mitfühlen, Mitlernen und Mitgenießen. Frankfurter Allgemeine Zeitung

Pfalzbau (LU) – Das kunstseidene Mädchen

So, 02. Juni 2019, 11:00 Uhr

Wo: Theater Pfalzbau, Ludwigshafen
Wie viele: 5 Karten

Sie reservieren bis 3 Tage vor der Vorstellung beim Kulturparkett (info@kuturparkett-rhein-neckar.de oder telefonisch 0621-44599550) und können Ihre Karte dann direkt an der Abendkasse im Theater Pfalzbau abholen.

 

Das kunstseidene Mädchen

Doris ist achtzehn, hält nichts von Bildung, sondern will „lieber auf der Tauentzien ein Glanz werden, statt zu arbeiten“. Geld oder eine Bleibe hat sie längst nicht mehr, also sitzt sie vor einem Vergnügungs-Etablissement und hofft darauf, eingeladen zu werden. Oder vielleicht ja auch engagiert zu werden: „Schließlich bin ich schon Schauspielschule.“ Während sie auf ihr Vorsingen wartet, hat sie Zeit genug, ihre Geschichte zu erzählen: die spektakuläre Flucht aus der Kleinstadt nach Berlin, die zahlreichen Männergeschichten und Betrügereien, durch die sie ihr Überleben sichert. Vor allem aber sind es ihr Humor und ihre besondere Sicht auf die Dinge, die dafür sorgen, dass sie immer wieder auf die Beine kommt. Carsten Golbeck und Rainer Bielfeldt erzählen den Klassiker von Irmgard Keun neu, ohne etwas hinzuzufügen –außer naturlich die Lieder, die aus Textpassagen des Buches heraus entwickelt wurden. Musikalisch wie inhaltlich schlägt diese Fassung den Bogen zwischen den Zwanzigern und heute. Der Stoff besticht durch zeitlose Aktualität: Im Mittelpunkt der Handlung steht die ungebremste Lebenslust und Kreativität eines jungen Menschen, der an Armut und lebensfeindlichen Umständen nach und nach zerbricht. Sowohl auf der Bühne als auch im Spiel wird alles vermieden, was den Stoff ins Nostalgische entrückt. Vor allem die Virtuosität und Spielfreudigkeit der Schauspielerin Antonia Bill lässt uns die Figur schnörkellos nahe kommen.

Dauer ca. 2 Stunden, eine Pause